Donnerstag, 14. November 2019

Apple iPod rettet das Quartal

Apple hat seinen Gewinn dank starker iPod-Verkäufe im Herbst gesteigert. Wegen der Krankheit des Konzernchefs Steve Jobs muss der Computerkonzern indes Anlegerklagen fürchten. Die Börsenaufsicht SEC überprüft laut Medienberichten die Informationspolitik der Firma.

Cupertino (Kalifornien) - Der US-Unterhaltungskonzern Apple Börsen-Chart zeigen hat im vierten Quartal einen Nettogewinn von 1,61 Milliarden Dollar erzielt und damit die Erwartungen an den Börsen deutlich übertroffen. Umgerechnet auf die Aktie belief sich der Überschuss auf 1,78 Dollar, Analysten hatten 1,40 Dollar erwartet. Im nachbörslichen Handel schoss der Preis für die Anteilsscheine um mehr als 9 Prozent nach oben. Im regulären Wall-Street-Geschäft war das High-Tech-Papier im Vorfeld der Zahlen um 5,9 Prozent geklettert.

Apple-Chef Jobs: Von seiner Gesundheit hängt der Aktienkurs ebenso ab wie von den iPod-Verkäufen
REUTERS
Apple-Chef Jobs: Von seiner Gesundheit hängt der Aktienkurs ebenso ab wie von den iPod-Verkäufen
Der iPhone-Hersteller setzte in seinem ersten Geschäftsquartal 10,2 Milliarden Dollar und damit 5,8 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum um. Analysten hatten 9,74 Milliarden Dollar im Durchschnitt erwartet. In den drei letzten Monaten des vergangenen Jahres seien 4,4 Millionen iPhones, 2,5 Millionen Macintosh-Computer und 22,7 Millionen iPods verkauft worden, teilte der gemessen am Umsatz drittgrößte Handy-Hersteller hinter Nokia Börsen-Chart zeigen und Samsung Börsen-Chart zeigen am Mittwoch nach Börsenschluss mit.

Die US-Börsenaufsicht SEC prüft derweil angeblich, ob Apple angemessen über die Gesundheitsprobleme von Konzernchef Steve Jobs informiert hat. Das "Wall Street Journal" und die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichteten am Mittwoch von der Untersuchung unter Berufung auf informierte Personen. Jobs hatte vergangene Woche angekündigt, eine Auszeit bis Ende Juni zur Behandlung einer Hormonstörung zu nehmen.

Angesichts der monatelangen Spekulationen um Jobs' Gesundheit hatten Anleger und Branchenbeobachter wiederholt nach ausführlicheren Informationen verlangt. Sie verweisen darauf, dass Jobs als treibende Kraft hinter den Erfolgen von Apple gilt. Die Aktie ist angesichts der Gesundheitsprobleme des 53-jährigen Apple-Mitgründers seit Monaten auf Achterbahnfahrt.

Jobs lehnte vergangene Woche nähere Angaben zu seinem Gesundheitszustand ab. Er hatte Mitte der Woche eingeräumt, die Behandlung sei komplexer als zunächst angenommen und er müsse deshalb eine Auszeit nehmen. Er werde auch während dieser Zeit an wichtigen strategischen Entscheidungen beteiligt bleiben. Erst Anfang des Monats hatte Jobs von der Hormonstörung berichtet und angekündigt, während der Therapie im Amt bleiben zu wollen.

Nach Jobs' Angaben hindert die Hormonstörung seinen Körper daran, Proteine zu verarbeiten, wodurch er an Gewicht verliere. Im Jahr 2004 war der Manager wegen eines Krebstumors an der Bauchspeicheldrüse operiert worden. Es hieß zuletzt mehrfach, er habe keinen Krebs.

Bereits seit im Juni 2008 erstmals der Gewichtsverlust von Jobs auffiel, wird die Informationspolitik von Apple kritisiert. Das Unternehmen machte nur zögerlich und nur sehr allgemeine Angaben über Jobs' Gesundheit. In diesem Zusammenhang werden auch Aktionärsklagen nicht ausgeschlossen.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx

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