IBM Der Riese trotzt der Krise

Obwohl der Umsatz einbricht, kann der Computerkonzern IBM für Herbst 2008 einen Rekordgewinn melden. In diesem Jahr will der IT-Riese den Kurs sogar noch fortsetzen. IBM nutzt seine Stärke in margenstarken Geschäftsfeldern - und ist in der Krise als Partner für kostensparendes Outsourcing gefragt.

Armonk (New York) - Der US-Computerkonzern IBM  peilt im laufenden Jahr trotz der derzeit widrigen Umstände einen erneuten Rekordgewinn an. Der Gewinn je Aktie (EPS) werde 2009 bei mindestens 9,20 US-Dollar liegen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Armonk mit.

Der Konzern baut auf einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2008 auf - ein Zeichen, dass sich die Strategie, sich auf margenstarke Dienstleistungen und Softwareverträge zu konzentrieren, selbst in Zeiten sinkender Verkäufe auszahlt. Im abgelaufenen Jahr hatte IBM das Ergebnis um 24 Prozent auf den Rekordwert von 8,93 Dollar gesteigert. Im vierten Quartal war der Gewinn von 2,80 Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 3,28 Dollar geklettert. Analysten hatten nur mit 3,03 Dollar gerechnet.

Unter dem Strich erzielte IBM mit 4,4 Milliarden Dollar (Vorjahr 4,0 Milliarden) ebenfalls mehr als von Experten vorhergesagt. Der Umsatz bleib mit 27,0 Milliarden Dollar (28,9) allerdings unter den Erwartungen des Marktes. Der Umsatz im größten Geschäftsfeld Dienstleistungen gab um 4 Prozent nach, doch IBM konnte neue Serviceverträge im Wert von 17,2 Milliarden Dollar unterzeichnen. Offenbar setzen nach wie vor viele Unternehmen auf Outsourcing, um langfristig Kosten zu sparen. Der Umsatz mit Hardware fiel mit 18 Prozent noch stärker, Serververkäufe gingen sogar um ein knappes Drittel zurück.

Die Aktie des weltgrößten Herstellers von Großrechnern stieg im nachbörslichen Handel um 4,9 Prozent auf 85,98 Dollar. Vor der Veröffentlichung der Zahlen waren IBM-Aktien im regulären Handel an der Wall Street um 3,5 Prozent gefallen.

Allerdings droht IBM ein neues Kartellverfahren der Europäischen Kommission. Der Großrechner-Hersteller T3 Technologies wollte noch am Dienstag Beschwerde gegen IBM einlegen, berichteten "Financial Times" und "Financial Times Deutschland". Indem IBM den Verkauf seines Betriebssystems an den Erwerb der Großrechner koppele, habe der Konzern den Verkauf von Konkurrenzprodukten verhindert und seine Marktposition missbraucht, laute der Vorwurf.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx, ap und reuters