Insiderhandel Freenet-Chef beteuert Unschuld

Eckhard Spoerr, wegen verbotener Insidergeschäfte angeklagter Vorstandschef der Freenet AG, hat zu Prozessauftakt seine Unschuld beteuert. Spoerr soll sich - genau wie der ebenfalls angeklagte Finanzvorstand des Unternehmens - um mehr als eine Million Euro bereichert haben.

Hamburg - Spoerr sowie der ebenfalls angeklagte Finanzvorstand Axel Krieger wiesen die gegen sie erhobenen Vorwürfe am Freitag vor dem Landgericht Hamburg zurück. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Männern vor, im Juli 2004 als Manager des Hamburger Internetdienstleisters Freenet.de jeweils rund 60.000 Aktien ihrer Firma aus einem Sondervergütungsprogramm für den Vorstand verkauft zu haben, kurz bevor der Aktienkurs wegen der Veröffentlichung eines negativen Quartalsberichts einbrach.

Die Beklagten sollen dadurch jeweils rund 1,17 Millionen Euro verdient haben. Bei den Transaktionen setzten die Angeklagten nach Ansicht der Anklage Sonderwissen über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zielgerichtet ein.

Spoerr und Krieger wiesen dies in ihren Stellungnahmen zurück. "Der Verkauf der Aktien 2004 beruht allein auf einer im Herbst 2003 gemeinsam mit Herrn Krieger getroffenen Entscheidung, die Aktien zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu veräußern. Dies hatte nichts mit Quartalszahlen zu tun", sagte Spoerr. Der Prozess wird am kommenden Freitag fortgesetzt.

Freenet.de war im März 2007 mit dem Mutterkonzern Mobilcom  zur Freenet AG  verschmolzen worden. Spoerr und Krieger waren daraufhin in den Gesamtvorstand des neuen Unternehmens gewechselt. Inzwischen hat Spoerr seinen Rückzug aus dem Freenet-Vorstand und sein Ausscheiden aus dem Unternehmen zum 23. Januar 2009 angekündigt.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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