Qimonda Nyse droht mit Rauswurf

Seit Wochen dümpelt der Aktienkurs von Qimonda auf niedrigem Niveau. Nun erhält der Speicherchiphersteller die Quittung dafür: Sollte die kriselnde Infineon-Tochter das Ruder nicht bis Mai herumreißen, wird sie vom Handel an der New Yorker Börse ausgeschlossen.

München - Die New York Stock Exchange (Nyse)  habe Qimonda  darüber informiert, dass die Standards für Börsennotierungen nicht mehr eingehalten würden, heißt es in dem zu Wochenbeginn vorgelegten Geschäftsbericht der Muttergesellschaft Infineon .

Die Speicherchip-Tochter hat demnach bis zum 7. Mai Zeit, das Ruder herumzureißen. Sollte dies nicht gelingen, werde die Nyse das Unternehmen von der Handelsplattform streichen, schreibt Infineon. Qimonda war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Qimonda ist zwar in Deutschland beheimatet, aber in den USA börsennotiert.

Die Aktien des angeschlagenen Unternehmens sind nach den Hiobsbotschaften der vergangenen Monate zu billig für die Notierung an der Nyse. Der durchschnittliche Schlusskurs habe über einen Zeitraum von 30 Tagen unter der kritischen Marke von 1,00 Dollar notiert, heißt es. Derzeit kostet ein Anteilsschein 0,37 Dollar.

Die weltweit eingebrochenen Preise für Speicherchips hatten für einen milliardenschweren Verlust bei Qimonda gesorgt und das Unternehmen in Existenznot gebracht. Vor wenigen Tagen wurde nach langem Tauziehen bekannt, dass ein staatliches Rettungspaket die Zukunft des Unternehmens sichern soll. Insgesamt erhält Qimonda einen Kredit über 325 Millionen Euro: 150 Millionen Euro kommen vom Land Sachsen, 75 Millionen Euro von Infineon und 100 Millionen Euro von der Entwicklungsbank von Portugal, wo Qimonda ein wichtiges Werk hat. Im Gegenzug für die Kredite wolle der Speicherchiphersteller die Werke in Dresden und Porto stärken.

In dem Geschäftsbericht von Infineon heißt es allerdings, dass der Halbleiterkonzern trotz der Finanzspritze um sein Tochterunternehmen bangt. Es sei "nicht sicher gestellt", dass die Maßnahmen "es Qimonda ermöglichen, ihre Verpflichtungen zu erfüllen, oder dass Qimonda weitere operative oder strategische Initiativen erfolgreich umsetzen kann, die geeignet sind, ihre finanzielle Lage zu verbessern", hieß es darin.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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