Sony-Chef Stringer "Entscheidende Phase"

Sony-Chef Howard Stringer äußert sich in einem Interview mit manager magazin über die Folgen der Rezession und die schwierige Restrukturierung des japanischen Unterhaltungskonzerns. Überdies erläutert er die verschiedenen Arten von Amerikanern und Japanern, mit der Krise umzugehen.
Von Klaus Boldt

Hamburg - Sony  müsse die Probleme bewältigen, die sich aus dem ungünstigen Wechselkurs des Yen, aus dem Zusammenbruch der Kapitalmärkte und den Absatzproblemen im Einzelhandel ergäben, sagte Konzernchef Howard Stringer dem manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die ab Freitag (19. Dezember) am Kiosk erhältlich ist. "Wir befinden uns heute sicherlich in einer entscheidenden Phase."

Im Oktober hatte das Tokioter Unternehmen seine Gewinnziele drastisch gekürzt. 16.000 Arbeitsplätze sollen gestrichen, die geplanten Investitionen um bis zu einem Drittel, die Kosten um etwa eine Milliarde Euro im Jahr gekürzt werden. "Es ist jetzt meine Aufgabe, das Unternehmen sicher durch die Rezession zu steuern. Wir haben den Vorteil, dass wir nicht von einem oder zwei Produkten abhängig sind."

Die Japaner, sagte Stringer, "gehen durch diese schwierige Zeit anders als Amerikaner". In den USA stünden die Gewinne an erster Stelle, in Japan aber die Menschen: "Sie zu schützen ist ein zentraler Aspekt des dortigen Lebens und Wirtschaftens." Er versuche, die westliche und östliche Welt miteinander in Einklang zu bringen: "Wenn ich zu aggressiv vorgehe, werde ich die Firma nicht mitnehmen können. Aber wenn ich nichts verändere, wird sie ihr Ziel nicht erreichen." Es sei "ein Balanceakt".

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