Zukunftsangst Chipbranche ächzt unter der Krise

In der Nacht zu Dienstag haben allein vier US-Halbleiterhersteller ihre Umsatzprognosen gekürzt. Am Morgen verwarf dann noch der weltweit größte Speicherchipproduzent Samsung seinen bisherigen Ausblick.

New York/San Francisco - Die Speicherchiphersteller folgten der Einschätzung des bayerischen Halbleiterkonzerns Infineon , der bereits in der vergangenen Woche seine Umsatzplanungen zusammengestrichen hatte.

In den USA nahmen die Branchengrößten Texas Instruments , National Semiconductor, Broadcom  und Altera  ihre Umsatzprognosen zurück. Einhellig verwiesen sie auf die einbrechende Nachfrage nach ihren Chips.

Texas Instruments (TI) geht für das laufende Quartal nun noch von einem Umsatz von höchstens 2,5 Milliarden Dollar aus, nach bislang mindestens 2,83 Milliarden Dollar. Auch im ersten Quartal des kommenden Jahres würden die Geschäfte wohl deutlich schlechter laufen. Auch der Gewinn werde nur noch ein Drittel dessen betragen, was der Traditionshersteller bislang erwartet hatte. Es gebe auf breiter Basis einen Schwäche beim Auftragseingang für Mobilfunkchips, sagte TI-Manager Ron Slaymaker.

Im Weihnachtsquartal werde TI wohl nicht einmal mehr die Hälfte seiner Fertigungskapazitäten nutzen, nach 60 Prozent im dritten Quartal. National Semiconductor teilte mit, für das laufende Quartal seines Geschäftsjahres genau wie Infineon einen Rückgang beim Umsatz im Vergleich zum Vorquartal von 30 Prozent zu erwarten.

National leide - wie auch Broadcom - unter der Absatzschwäche bei Handys. Broadcom, das neben Mobilfunkchips auch Halbleiter für die Unterhaltungselektronik herstellt, erklärte, Kunden würden Aufträge verschieben oder stornieren.

Altera, das programmierbare Spezialchips produziert, verspürte eine Auftragsschwäche in allen Kundensegmenten. Das bekommt auch der Speicherchiphersteller Samsung zu spüren. Die Koreaner senkten ebenfalls ihre Prognosen für das laufende Vierteljahr. Sowohl die Chip- als auch die Fernsehersparte kämpften hart darum, in den drei Monaten zum Jahresende Gewinn zu schreiben, hieß es.

Die Aktien der gebeutelten Unternehmen gingen weltweit auf Talfahrt. Auch die Papiere von Infineon, die nach dem skeptischen Ausblick von Konzernchef Peter Bauer in der vergangenen Woche nahezu die Hälfte ihres Werts verloren hatten, rutschen um weitere 8 Prozent auf 0,85 Euro ab. Lediglich die Titel des größten europäischen Rivalen STMicro, der ebenfalls den Pessimismus seiner Konkurrenten teilt, behaupteten sich an der Pariser Börse.

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