Kabellose Musik Wunschkonzert in allen Räumen

Ob im Bad, im Wohn- oder im Schlafzimmer: Um das Wunschkonzert im ganzen Haus zu verwirklichen, gibt es viele Möglichkeiten. Kabellose HiFi-Systeme sind zwar gut für die Optik, aber bieten sie darüber hinaus Vorteile? Vor dem Kauf gilt es abzuwägen.

Nürnberg - Bruce Springsteen im Wohnzimmer, ein Hörbuch im Bad, entspannte Klaviermusik im Schlafraum und die Melodie von Käpt'n Blaubär im Kinderzimmer: Die Zahl der elektronisch beschallten Räume in Eigenheimen und Wohnungen hat nach Angaben der Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (GfU) in den vergangenen Jahren ständig zugenommen. Doch um das Wunschkonzert im ganzen Haus für sich zu verwirklichen, gibt es zahlreiche technische Möglichkeiten. "Den richtigen Weg findet nur, wer planvoll vorgeht und vorher genau weiß, was er will", betont GfU-Sprecher Roland Stehle.

Die solideste Variante beginnt schon beim Bau, sagt Rainer Bechtold vom Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI). "Ein intelligentes Haus verfügt heute über ein fest installiertes BUS-System, das auch den HiFi-Bereich abdeckt. Über dieses Ringsystem von Kabeln, das alle Räume erreicht, werden auch Beleuchtung, Heizung und Jalousien gesteuert." Dabei sei eine Integration der Beschallung technisch kein Problem, sagt Bechtold, der von kabellosen Funkvernetzungen eher abrät: "Da muss man unter Umständen Zugeständnisse bei der Klangqualität machen."

"Bei drahtlosen W-Lan-Systemen kann es zu Störungen kommen, etwa wenn Wände aus Stahlbeton oder besonders starke Mauern im Weg liegen", bestätigt Stehle von der GfU. Diese könnten aber mit Brückenlösungen überwunden werden. Der Experte empfiehlt in jedem Fall, vor dem Kauf eines Funksystems einen Fachhändler zu Rate zu ziehen, der den Wohnbereich auf Funklöcher überprüfen kann.

Oftmals seien auch herkömmliche Methoden vernünftiger, gibt Stehle zu bedenken. "Wer beispielweise nur auf eine einzige Musikquelle gleichzeitig zurückgreifen möchte, im ganzen Haus also dasselbe Programm hören will, der sollte von seiner Stereoanlage einfache Lautsprecherkabel zu den anderen Zimmern ziehen." Eine weitere Möglichkeit sei, das vorhandene 230-Volt-Stromnetz zur Klangübertragung zu nutzen. "Über einen Powerline-Adapter kann man an jeder Steckdose einen Verstärker mit Boxen anschließen und das von der HiFi-Anlage angesteuerte Programm hören", erläutert Stehle.

Docking-Stationen für mehr als 30 Empfänger

Docking-Stationen für mehr als 30 Empfänger

Wer aber sein Zuhause kabellos beschallen möchte, dem legt Daniel Schräder, Experte für Unterhaltungselektronik vom Online-Infodienst "CNet.de" zwei gänzlich verschiedene Varianten ans Herz: Bei der schlanken, unvernetzten Lösung steht in jedem Zimmer ein kleiner Verstärker mit integrierten Lautsprechern - sogenannte Docking-Stationen. Sie sind bei ausreichender Klangqualität im Fachhandel zu Preisen ab 100 Euro erhältlich.

Mit Musiksoftware gespeist werden diese Docks per MP3-Spieler, die man zuvor am PC mit der gewünschten Musik geladen hat. "So kann man mit wenig Aufwand in jedem Zimmer Musik hören", sagt Schräder. Man müsse nur den MP3-Spieler einstöpseln. Und: "Auch wenn mehrere Personen mit MP3-Playern im Haus sind, kann in jedem Zimmer unterschiedliche Musik laufen."

Schräders zweite Variante ist eine vollständig integrierte Lösung, die kaum noch Wünsche offen lässt. Ein solches System kann mehr als 30 funkvernetzte Empfänger haben, arbeitet ohne zentralen Musikserver und ist mit mehreren Fernbedienungstastaturen im ganzen Haus steuerbar. Die Musik kommt von der heimischen PC-Festplatte oder über einen DSL-Router direkt aus dem Internet.

"In jedem Raum kann andere Musik laufen, es können aber auch mehrere oder alle Empfänger synchron geschaltet sein", sagt Schräder. Weil das System ohne zentralen Server auskomme, bleibe dem Nutzer auch die echohafte Zeitverschiebung des Musikprogramms zwischen den Zimmern erspart. "Es funktioniert einfach perfekt und ist einfach zu bedienen", schwärmt der Experte.

So ein System hat allerdings seinen Preis. Gleichwohl rät Schräder von kostengünstigeren Zwischenlösungen ab: "Sie bieten oftmals nur eine begrenzte Zahl von Stationen oder arbeiten nur, wenn der PC eingeschaltet und das entsprechende Programm geöffnet ist." Zudem könne die Einrichtung solcher Streaming-Lösungen kompliziert sein und größere Netzwerkkenntnisse voraussetzen.

Thomas Voigt, ddp

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