Callcenter-Schließungen Telekom einigt sich mit Betriebsrat

Nach langwierigen Verhandlungen hat sich die Deutsche Telekom mit dem Betriebsrat auf die Zusammenlegung von Callcentern geeinigt. Demnach werden 30 Standorte geschlossen, neun weniger als ursprünglich geplant.

Bonn - Bis Mitte 2011 werde die Zahl der Service Center der Kundenservice GmbH auf 33 reduziert, teilte die Deutsche Telekom am Freitag mit. Damit werde sich die Zahl der Standorte um 30 verringern.

Ursprünglich sollten 39 Callcenter geschlossen werden, um die Kosten jährlich um 57 Millionen Euro zu senken. Den Plänen zufolge hätten 8000 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz wechseln müssen.

Unter dem Vorsitz des Präsidenten des Landesarbeitsgerichts Niedersachsen, Gert-Albert Lipke, einigten sich die Parteien nun auf den Erhalt der Standorte Bremen, Dresden, Heilbronn, Mainz und Meschede. Den Erhalt der Callcenter in Trier und Schwerin hatte die Telekom nach eigener Auskunft bereits früher zugesagt. In neuen Callcentern südwestlich von Köln, in Schweinfurt, im sächsischen Schkeuditz sowie im niedersächsischen Westerstede sollen bisherige Standorte zusammengezogen werden.

Das Gesamtpaket sieht der Mitteilung zufolge zudem vor, dass für besonders betroffene Mitarbeiter wohnortnahe Beschäftigungsmöglichkeiten bei der Beschäftigungsgesellschaft Vivento an den Standorten Saarbrücken, München, Offenburg, Osnabrück und Uelzen angeboten werden. Zusätzlich werde ein neuer Vivento-Standort im brandenburgischen Oranienburg bei Berlin geschaffen. Für alle 33 Service Center sowie für die sechs Vivento-Standorte garantiere die Deutsche Telekom eine Standortsicherung bis Ende 2012. Ein Sozialplan im Volumen von bis zu 40 Millionen Euro soll Härtefälle abfedern.

Im August hatte die Telekom angekündigt, nur noch 24 Kundenzentren betreiben zu wollen. Die Gewerkschaft Verdi und Politiker der betroffenen Kommunen forderten die Telekom daraufhin auf, das Vorhaben aufzugeben. Von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) bekam das Unternehmen dagegen Rückendeckung. "Die Entscheidung zur Neustrukturierung der Callcenter-Standorte obliegt allein dem Vorstand", schrieb Steinbrück in einem Brief an den Verdi-Bundesvorstand.

Im Oktober hatte die Arbeitnehmerseite die Verhandlungen für gescheitert erklärt. Die Telekom musste deshalb eine Einigungsstelle einberufen.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters

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