Auslands-SMS Preissenkung um 60 Prozent

Die EU-Länder haben sich für deutlich niedrigere Preise für SMS und Datentransfers per Handy in das EU-Ausland ausgesprochen. Nach dem Vorschlag der EU-Kommission dürfen die Mobilfunkanbieter pro grenzüberschreitender Textnachricht ab Sommer 2009 nicht mehr als elf Cent berechnen - im Schnitt also 60 Prozent weniger als bisher.

Brüssel - Handy-Nutzer können ab dem nächsten Sommer wohl billiger SMS-Textnachrichten im EU-Ausland verschicken Daten aus dem Internet laden. Die EU-Länder unterstützten mehrheitlich am Donnerstag einen Vorschlag der EU-Kommission, den Preis pro SMS auf elf Cent ohne Mehrwertsteuer zu begrenzen.

Im Vergleich zum derzeitigen Durchschnittstarif in der Europäischen Union wäre dies eine Preissenkung um 60 Prozent. Wer im Ausland Daten herunterlädt, soll zudem künftig ab einer Rechnung von 50 Euro automatisch gewarnt werden.

"Wir wollen den Schreck über die Rechnung verhindern, bevor jemand aus den Ferien zurückkommt und eine böse Überraschung erlebt", sagte der französische Verbraucherschutzminister Luc Chatel als Vertreter der EU-Ratspräsidentschaft. Damit die Verordnung wie geplant im Juli 2009 in Kraft treten kann, muss sie noch vom Europäischen Parlament im April angenommen werden.

Der Entwurf der Kommission hatte bereits viel Beifall der Volksvertreter gefunden. Die großen Mobilfunkfirmen wie Vodafone und T-Mobile lehnen das Eingreifen der Europäischen Union in den Markt ab. Diese hatte die Telekomfirmen bereits im Juli 2007 zu einer kräftigen Preissenkung von Handygesprächen im EU-Ausland gezwungen. Die Tarife sollen nach dem Plan der Kommission künftig weiter sinken bis auf 34 Cent pro Minute für abgehende Gespräche im Jahr 2013.

Deutschland habe der Preisregulierung zugestimmt, auch wenn die Bundesregierung sonst dem freien Markt den Vorzug gebe, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Bernd Pfaffenbach. Derzeit seien die Preise für SMS und Daten-Roaming aber so exzessiv, dass die Begrenzung richtig sei. Den Mobilfunkanbietern würden keine starken Einbußen drohen, denn bei sinkenden Preisen dürften die Kunden die Dienste stärker in Anspruch nehmen.

Beim Herunterladen von Daten will die Europäische Union auf Großhandelsebene einen Höchstpreis von einem Euro je Megabyte verordnen, sodass die Preise auch für die Verbraucher sinken können. In Zukunft sollen zudem auch Auslandsgespräche sekundengenau abgerechnet werden. Die EU-Kommission hatte der Branche eine Frist bis zum vergangenen Sommer gesetzt, die Preise freiwillig zu senken. Das hatten die Firmen aber zu zögerlich befolgt.

manager-magazin.de mit Material von ap und reuters

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