München Apple verkauft in Deutschland jetzt selbst

Apple steigt in den deutschen Einzelhandel ein und eröffnet in der Münchener Innenstadt ein eigenes Geschäft. Andere Städte sollen folgen. Fachhändler befürchten, dass ihnen damit ihre Geschäftsgrundlage wegbrechen könnte.

München - Am Donnerstag entfernten Arbeiter an der Baustelle in der Nähe des Marienplatzes die Schutzplanen, sodass das meterhohe Apple-Logo sichtbar wurde. Im gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr 2008 machte der kalifornische Konzern in rund 225 Apple Stores weltweit einen Umsatz von umgerechnet fünf Milliarden Euro und erwirtschaftete dabei einen Gewinn von 800 Millionen Euro. Der Store in München soll noch in diesem Jahr eröffnet werden.

Über die Eröffnung des ersten Apple Stores in Deutschland war seit Monaten spekuliert worden. Bislang hat sich das Unternehmen aber nicht konkret zu seinen Plänen im deutschen Einzelhandel geäußert.

Apple-Vertriebsvorstand Ron Johnson hatte jedoch im November in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Focus" indirekt die Eröffnung von Apple Stores in München, Berlin, Frankfurt, Köln und Düsseldorf angekündigt.

Die Branche ist über den direkten Auftritt von Apple  im Einzelhandel geteilter Meinung. Etliche Apple-Fachhändler befürchten, dass Apple ihnen nun Konkurrenz machen wird. Archibald Horlitz, Geschäftsführer der Handelskette Gravis, dagegen sagte, ein Verdrängen der bisherigen Partner sei nicht im Interesse von Apple.

"Der Apple-Store wird den deutschen Apple-Markt beleben." Davon profitiere auch Gravis, sofern die partnerschaftliche Zusammenarbeit weiter fortgeführt werde, "sprich Fairness in den Punkten Warenverfügbarkeit und Preisgestaltung für die Endkunden".

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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