Handymarkt Nokia kehrt Japan den Rücken

Die Konkurrenz war zu stark: Der Handyhersteller Nokia streicht in Japan die Segel. Einzig ein Luxushandy belassen die Finnen auf dem Markt in Fernost.

Tokio - Der Handyprimus Nokia  verabschiedet sich wegen Erfolglosigkeit aus dem japanischen Markt. Der Verkauf von Mobiltelefonen werde in dem Land eingestellt, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Einzige Ausnahme sei die Edelmarke Vertu. Auch ein Forschungs- und Entwicklungszentrum wolle Nokia in Japan belassen. Nokia-Manager Timo Ihamuotila sagte, das Engagement in Japan sei in der derzeitigen weltwirtschaftlichen Lage "nicht mehr tragbar".

Der Handyhersteller beschäftigt nach eigenen Angaben rund 400 Mitarbeiter in Japan. Der Rückzug würde Unternehmensangaben zufolge circa 35 von ihnen betreffen. "Nokia schaut zusammen mit den betroffenen Mitarbeitern nach Alternativen, wie zum Beispiel einem anderen Job innerhalb des Unternehmens, einer Unterstützung bei der Stellensuche außerhalb von Nokia aber auch Aufhebungsverträgen, die in einer Übergangszeit finanziell helfen können", hieß es dazu vonseiten des Unternehmens.

Japan ist der viertgrößte Handymarkt der Welt nach den USA, China und Indien. Nokia hat es hier aber trotz zuletzt verstärkter Anstrengungen nicht geschafft, sich gegen die heimische Konkurrenz durchzusetzen. Der Marktanteil dümpelte bei um die 1 Prozent, während es weltweit 38 Prozent sind.

Nokia leidet derzeit weltweit unter einem Nachfrageschwund infolge der Finanzkrise. Mitte November korrigierte der Handyhersteller seine Jahresprognose nach unten. Der japanische Markt gilt dabei als besonders schwierig, weil gesättigt. Die Mobilfunkunternehmen auf den Inseln haben 109 Millionen Kunden - damit haben rechnerisch 85 Prozent aller Japaner vom Kleinkind bis zum Greis ein Handy.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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