Image-Programme Datensicherung de luxe

Image-Programme sichern nicht nur Daten, mit ihnen lassen sich ganze Betriebssysteme klonen. Damit leisten sie auch beim endgültigen Crash der Festplatte erste Hilfe.

München/Berlin - Auch die Welt der elektronischen Datenverarbeitung hat ihre Katastrophen. Ein Beispiel: Wie die Polizei im sauerländischen Arnsberg jüngst berichtete, musste ein Student seine Unachtsamkeit mit dem Verlust seiner Diplomarbeit bezahlen. Er hatte seine Laptoptasche samt Inhalt neben dem Auto auf dem Bürgersteig abgestellt, während er anderes Gepäck ins Haus brachte. Als er zurückkam, war der Rechner und damit die Diplomarbeit weg - gestohlen. Häufiger gehen wichtige Daten allerdings verloren, wenn die Festplatte plötzlich streikt oder ein Virus das System befällt. Zur Vorbeugung gibt es Image-Programme, die das einfache Kopieren und Wiederherstellen ganzer Systeme samt Daten erlauben.

Ein Image-Programm erstellt von der Festplatte ein Abbild. Anders als beim herkömmlichen Backup werden nicht nur die Daten gesichert, sondern zusätzlich das Betriebssystem mit allen persönlichen Einstellungen. Selbst wenn die Festplatte unwiederbringlich den Dienst quittiert, ist also nichts verloren, vorausgesetzt, die Sicherungskopie befindet sich auf einem externen Datenträger. "Image-Programme sind dafür da, wenn der große Unfall passiert", sagt auch Markus Mandau von der Zeitschrift "Chip".

Damit die Software ihrer Zweck im Notfall erfüllt, muss sie im Alltag präsent sein, denn sie arbeitet im Hintergrund. Zunächst wird das Image erstellt. "Das dauert mit einem Pentium 4 unter Windows XP je zehn Gigabyte rund 15 Minuten", sagt Mandau. Ist das Abbild mit allen Systemeinstellungen einmal per einfachem Mausklick angefertigt, empfehle es sich, nur noch Änderungen der Daten zu speichern. Ein gänzlich neues Image anzufertigen, lohne sich nur bei weitreichenden Änderungen am System selbst. Beim sogenannten "inkrementellen" oder "differenziellen Speichern" werden lediglich die hinzugekommenen Fotos oder bearbeitete Dokumente neu gesichert.

Je nach Software hat der User Mandau zufolge verschiedene Optionen der Datensicherung. Das Spektrum reicht vom automatisierten Speichern einzelner Dateitypen - etwa Fotos oder Word-Dateien - bis zum Sichern neuer Systemeinstellungen, wofür allerdings wie erwähnt ein neues Image erzeugt werden muss. Wie oft die Vorbeugemaßnahme erfolgen soll, kann der User frei entscheiden. "Ein implementiertes Backup-Programm lässt sich so einstellen, dass es automatisch - sei es täglich oder wöchentlich - eine Sicherung anlegt", sagt Mandau.

Datensicherung auf externer Festplatte

Mit Performance-Problemen ist dem Experten zufolge bei neuer Image-Software mittlerweile nicht mehr zu rechnen. Für das regelmäßige Backup würden Ruhepausen des Prozessors genutzt, "wenn andere Software den Prozessor freigibt". Zudem beanspruchten die aktuellen Backup-Funktionen neuer Image-Programme wie etwa Perfect Image von Avanquest nur maximal 10 Prozent der Rechenleistung des Prozessors.

Wem es um eine umfassende Sicherungskopie geht, der sollte das Image auf einer externen Festplatte speichern. Zwar könne das Abbild einer Partition auch auf einer anderen Partition gespiegelt werden, aber "die vernünftige Datenstrategie wäre sicherlich, eine externe Festplatte anzuschließen und das Backup dort draufzuspielen", sagt Mandau. Voraussetzung für einen genügend schnellen Datentransfer sei der Schnittstellenstandard USB 2.0. Optional können die Daten auf einem optischen Datenträger oder einem genügend großen USB-Stick abgelegt werden.

Für den Fall, dass es nur das Betriebssystem ist, das streikt, liegt laut Mandau fast jeder käuflichen Image-Software eine Boot-CD mit abgespecktem Betriebssystem bei. Mithilfe dieser kann das Image auf die Festplatte zurückgespielt werden. Gegen Datenschutzbedenken und Gedankenklau hilft eine Verschlüsselungsfunktion, über die die meisten Programme verfügen. Um auch Diebstahl vorzubeugen, sollte die Sicherungskopie allerdings nicht in der Laptoptasche aufbewahrt werden, wie es der Student aus Arnsberg getan hat.

Stefan Robert Weißenborn, ddp