Gewinnsprung Debitel hilft Freenet

Auch Freenet leidet unter der Wirtschaftskrise. Den aktuellen Quartalszahlen sieht man das auf den ersten Blick jedoch nicht an - Gewinn und Umsatz stiegen durch den Kauf von Debitel sprunghaft. Die Prognose für 2009 will sich Konzernchef Eckhard Spoerr aber noch einmal durch den Kopf gehen lassen.

Büdelsdorf - Nach der Übernahme von Debitel hat Freenet  im abgelaufenen Quartal deutlich mehr verdient und umgesetzt als im Vorjahr. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) belief sich im dritten Quartal auf 133,5 Millionen Euro (Vorjahr: 67,4 Millionen Euro), wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.

Freenet überschritt mit seinen Umsätzen erstmals die Milliardengrenze und erlöste 1,08 Milliarden Euro (Vorjahr: 400 Millionen Euro). Allein 1,01 Milliarden Euro stammten dabei aus dem Geschäftsfeld Mobilfunk.

Nach der Debitel-Übernahme sind die Zahlen kaum mit dem Vorjahreswert vergleichbar - im zweiten Quartal hatte Freenet noch einen deutlichen Rückgang bei Umsatz und Gewinn verbucht. Außerdem ist das zum Verkauf stehende DSL-Geschäft erstmals nicht in den Zahlen enthalten.

Angesichts der Konjunkturabkühlung will Freenet seine Geschäftsprognose für 2009 überprüfen. Er sehe ein Risiko von etwa 10 Prozent bei der bisherigen Prognose eines Ergebnisses vor Steuern, Zinsen und Abschreibung (Ebitda) von 400 Millionen Euro für das kommende Jahr, sagte Konzernchef Eckhard Spoerr.

Zum geplanten Verkauf der defizitären DSL-Sparte sagte Spoerr der Nachrichtenagentur Reuters, dass der Prozess nicht gestoppt werde. Freenet spreche weiterhin mit einem Kreis von Interessenten. Deren Namen nannte Spoerr nicht. Schon im Oktober hatte es aus Branchenkreisen geheißen, der Verkauf komme nur schleppend voran. Das Breitbandgeschäft ist bereits nicht mehr in den Konzernzahlen enthalten.

Im Zwischenbericht zum dritten Quartal heißt es dazu, ein Verkauf sei wegen der Finanzkrise und des Konjunkturabschwungs schwieriger geworden und werde "nur zu deutlich schlechteren Konditionen als ursprünglich angenommen durchgeführt werden" können.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters