ProSiebenSat.1 Permira, mea culpa

Die Beteiligungsgesellschaft Permira, Miteigentümer von ProSiebenSat.1, räumt erstmals Fehler ein. Die Dividende in Höhe von 270 Millionen Euro im Frühsommer 2008 sei möglicherweise ein Fehler gewesen, sagte Permira-Chairman Thomas Krenz in einem Interview mit dem SPIEGEL. Gleichzeitig kündigte Krenz seinen Rücktritt an.

Hamburg - Der Finanzinvestor Permira hat erstmals Fehler bei seinem Engagement bei der Senderkette ProSiebenSat.1  eingeräumt. Als die hohe Dividende auf der Hauptversammlung 2008 beschlossen worden sei, "hatten wir keine drohende Weltrezession", sagte Permira-Manager Thomas Krenz in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL.

"Deshalb ist es aus heutiger Sicht richtig, zu fragen, ob man das nicht anders hätte machen sollen. Auch wir machen Fehler", so Krenz. "Auch wir machen Fehler und können nicht über Wasser gehen", so Krenz weiter.

Die Münchner Sendergruppe steht unter erheblichem Druck, weil die Werbeeinnahmen einbrechen und Schulden in Höhe von 3,8 Milliarden Euro auf ihr lasten. Pläne, dass Sat.1 aus Kostengründen von München nach Berlin ziehen könnte, dementiert Krenz nicht. "Wer jetzt nicht sein Unternehmen auf die Krise vorbereitet, handelt schlicht verantwortungslos." Permira stehe "dauerhaft hinter Pro-Sieben". Krenz kündigt im SPIEGEL zugleich an, dass er Ende des Jahres aus privaten Gründen bei Permira aufhört: "Ich will auch mal was vom Leben und meiner Familie haben."

Die Kleinaktionäre des Senders hatten den Investoren Permira und KKR bereits vorgeworfen, das Unternehmen zu plündern. Die ungewöhnlich hohe Dividende werde aus der Substanz des Unternehmens gezahlt, lautete die Kritik.

manager-magazin.de

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