Elektrobranche Weder heiter noch trübe

Die deutsche Elektrobranche blickt trotz der schwächelnden Konjunktur vorsichtig optimistisch auf die kommenden Monate. Sorgen bereitet der Industrie allerdings der Wettlauf um die besten Köpfe, der sich international verschärft.

München - Trübe Stimmung sei nicht angebracht, sagte Josef Nossek, Präsident des Verbandes Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE), am Montag. Zwar habe sich die Krise besonders in verbrauchernahen Branchen zuletzt bemerkbar gemacht, die Geschäfte mit Infrastrukturprodukten zum Beispiel für die Telekom-Branche liefen aber nach wie vor gut. Eine Prognose für 2009 falle derzeit allerdings schwer. In diesem Jahr rechnet die Branche mit einem Umsatzwachstum um rund 4 Prozent auf knapp 190 Milliarden Euro.

Der VDE erwartet aufgrund der Stärken in den Basistechnologien, im System-Engineering und in der engen Verknüpfung von Hochschulen und Wirtschaft weiterhin starke Impulse für den Export. Auch wenn diese Spitzenstellung in den nächsten Jahren vor allem von China angegriffen wird, werde Deutschland weiterhin seine international führende Rolle verteidigen, hieß es.

Wichtigste Innovationstreiber sind die Energietechnik sowie die Mikro- und Nanotechnik. Große Chancen eröffnen sich in den Bereichen Energieeffizienz, Ambient Assisted Living, Automotive und Future Internet, so das Ergebnis des aktuellen VDE-Trendreports "Innovationen, Märkte, Nachwuchs".

Am deutlichsten ist der Vorsprung Deutschlands vor den USA und Asien im Bereich der Energietechnik (Deutschland mit 84 Prozent vor den USA mit 6 Prozent Zustimmung), in der Elektrotechnik (Deutschland: 70 Prozent, China: 10 Prozent, USA: 7 Prozent) und in der Automation (Deutschland: 68 Prozent, USA: 14 Prozent, Japan: 7 Prozent). Klar ist die Führung auch in der Medizintechnik (Deutschland: 55 Prozent, USA: 28 Prozent), etwas knapper im Bereich der Mikro- und Nanotechnik (Deutschland: 41 Prozent, USA: 33 Prozent, Japan: 22 Prozent).

Sorgen bereitet der Industrie allerdings der Wettlauf um die besten Köpfe, der internationaler und härter geworden ist. 57 Prozent der Unternehmen fürchten, ihren Bedarf an Elektroingenieuren nicht decken zu können. Der VDE-Trendreport 2008 basiert auf einer Umfrage unter Unternehmen, Hochschulen und Young Professionals der Elektro- und IT-Branche.

Die Ergebnisse wurden am Montagabend anlässlich des VDE-Kongresses "Zukunftstechnologien" in München (Internationales Congress Centrum) vorgestellt. Eröffnet wird der Technologiegipfel von Ministerin Annette Schavan.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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