Werbepartnerschaft Google mag nicht mehr

Sie verhandeln seit Wochen. Doch jetzt steht die geplante Partnerschaft der Internetkonzerne Google und Yahoo bei Online-Werbung wegen möglicher Kartellauflagen offenbar vor dem Scheitern.

San Francisco - Google  zöge ein Ende der Gespräche immer ernsthafter in Betracht, da das Unternehmen keine Restriktionen der US-Regierung akzeptieren wollte, sagte eine mit der Situation vertraute Person am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Yahoo  wolle die Partnerschaft zwar nach wie vor, eine endgültige Entscheidung von Google stehe aber noch aus.

Eine weitere Person sagte Reuters, dass beide Konzerne möglicherweise noch am Freitag das Ende der Verhandlungen bekanntgeben könnten. Vertreter von Google und Yahoo konnten für eine Stellungnahme zunächst nicht erreicht werden. Die Suchmaschinenanbieter führen bisher ergebnislos Gespräche mit der US-Kartellbehörde. Werbekunden laufen Sturm gegen die geplante Kooperation, da sie höhere Preise fürchten.

Spricht Yahoo mit AOL?

Hintergrund der Überlegungen Googles könnten die Verhandlungen Yahoos mit der Time Warner-Tochter AOL über eine mögliche Fusion sein. Aus Kreisen hieß es, beide Unternehmen würden wegen eines geplanten Zusammenschlusses ihre Bücher prüfen. Dieser stünde aber nicht unmittelbar bevor.

Das "Wall Street Journal" hatte zuvor unter Berufung auf Kreise berichtet, dass beide Parteien möglicherweise Mitte nächster Woche ein Ende der Unterredungen bekanntgeben würden. In ersten Reaktionen auf den Bericht hielten beide Firmen zunächst an der geplanten Partnerschaft fest. Die Gespräche mit dem Justizministerium würden fortgesetzt, erklärte ein Google-Sprecher.

Google und Yahoo kontrollierten im August dem Web-Marktforscher ComScore zufolge mehr als 80 Prozent des Marktes für Internet-Suchmaschinen. Die Abmachung könnte Yahoo nach eigenen Angaben zwischen 250 Millionen und 450 Millionen Dollar mehr Gewinn einbringen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.