Dienstag, 18. Februar 2020

Cloud Computing Damit Sie nicht aus allen Wolken fallen

4. Teil: Vier Merkmale des Cloud Computing

1. Die Wolke ist omnipräsent

Wer einmal am Ende eines Bürotages eilig wichtige Dateien auf einen USB-Stick gezogen hat, um zu Hause daran weiterarbeiten zu können, kennt das Problem: Je mehr unterschiedliche Geräte wir nutzen, umso schwieriger ist es, Herr der Daten zu bleiben, die sich auf ihnen befinden.

Alles in einem: Cloud Computing vernetzt immer mehr Geräte, Produkte, Objekte und Oberflächen des Alltags
Im Fall des Cloud Computings löst sich das Problem, für synchrone und jederzeit verfügbare Informationen zu sorgen, in Luft auf: Endgeräte sind nur noch Clients, die auf im Netz gespeicherte Daten zugreifen. Während der User jeweils unterschiedliche Geräte bedient, nutzt er letztlich immer nur den einen, omnipräsenten Computer in der Wolke.

Immer mehr Geräte, Produkte, Objekte und Oberflächen des Alltags sind beim Cloud Computing mit Prozessoren und Verbindungsmöglichkeiten ausgestattet — vom Smartphone über den Laptop, bis hin zum Bordcomputer des eigenen Autos. Ein alles überspannender Computer wird dadurch geradezu ein Ding der Notwendigkeit.

2. Die Wolke ist modular

Die Anwendung auf dem Desktop lebt in Isolation, ist blind für ihre Außenwelt und umgekehrt für diese unsichtbar. Demgegenüber stehen in der Cloud Anwendungen prinzipiell jederzeit als Komponenten für andere Anwendungen zur Verfügung: Sie sind Ressourcen, die sich modular kombinieren lassen. Die Cloud ist ein Netz der Dienste, die sich wie Fertigteile zusammenstecken lassen – darin liegt ein großer Teil der Magie, die von ihr ausgeht.

Dem entspricht ein neues Verhältnis zur IT-Leistung: Sie muss nicht mehr aufgebaut, sondern nur noch abgerufen werden, ist also aus Nutzersicht schlichtweg vorhanden und lediglich individuell zu konfigurieren. Schon heute sind Plattformen vorhanden, die es erlauben, Daten und Applikationen nach dem Baukastenprinzip zusammenzufügen, insbesondere im Consumerbereich, in dem Cloud Computing bereits eine stärkere Reife und Verbreitung gefunden hat.

So ist es etwa mit Yahoo Pipes möglich, die RSS-Feeds, die Blogs und Newsseiten anbieten, nach neuen Inhalten zu durchsuchen, zu modifizieren und zu rekombinieren. Im Unternehmensbereich bietet etwa das Unternehmen Serena sogenannte "Business Mashups" an, die dabei helfen sollen, Anwendungen für kleine Alltagsaufgaben im Unternehmen aus bestehenden Komponenten zusammenzufügen und zu automatisieren, etwa die Behandlung von Urlaubsanträgen.

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