Mittwoch, 26. Februar 2020

Cloud Computing Damit Sie nicht aus allen Wolken fallen

3. Teil: Pro und Kontra

Cloudsourcing: Pro und Kontra

Cloud Computing im Unternehmenskontext lässt sich als eine Art "Cloudsourcing" verstehen: So wie Unternehmen beispielsweise ihre Produktion an Drittunternehmen outsourcen können, erlaubt Cloud Computing es ihnen, IT-Kapazitäten aller Art ins Netz auszulagern. Ebenso wie im Falle des Outsourcing lassen sich hierfür (und dagegen) ökonomische Kalküle anführen. Um diese rankt sich ein Großteil der aktuellen Diskussion.

Sicherheitsbedenken:
Sind sensible Firmendaten in der Wolke sicher?
Bedenken zentrieren sich naturgemäß vor allem um den Faktor Sicherheit – wo Dokumente zwischen einem Anbieter irgendwo im Netz und dem eigenen Rechner hin und her geschoben werden, sind die Grenzen der Unternehmens-Firewall überschritten — allein das stellt für vorsichtige Businessanwender ein Horrorszenario dar. Aber auch die lückenlose Verfügbarkeit von IT aus der Wolke gilt als Hemmschuh; zudem ist, wie erwähnt, die Geschwindigkeit von Cloud-Anwendungen verbesserungsfähig.

Auch die Palette verfügbarer Angebote ist heute bei Weitem nicht breit und ausgereift genug, als dass sich sämtliche digitalen Geschäftsprozesse in der Cloud abbilden ließen – der Übergang zum Cloud Computing kann nur schrittweise erfolgen und stellt selbst eine technische und organisatorische Herausforderung dar. Erste Dienstleister spezialisieren sich bereits auf die Cloud-Migration, also den Umzug von IT-Ressourcen ins Netz.

Auf der Seite der Treiber ist die angesprochene Ineffizienz des gegenwärtigen IT-Paradigmas ein wichtiger Faktor, versprechen Unternehmen sich doch erhebliche Kostenersparnisse durch die Auslagerung zumindest eines Teiles ihrer IT ins Netz. Dazu beitragen sollen beispielsweise auch niedrigere Wartungs- und generell sinkende Personalkosten: Wenn Unternehmen zunehmend auf Cloud Services setzen, kann die Personaldecke der IT-Abteilungen entsprechend dünner ausgelegt werden. Cloud Computing, so hoffen Befürworter, wird auch mehr Beweglichkeit in die Unternehmens-IT bringen, die heute der Realität im Unternehmen oft hinterher hinkt: Wenn ein Unternehmen seine neue IT-Heimat in der Cloud einmal gefunden hat, soll der Umstieg von alten auf neue Systeme einfacher gelingen.

Solche Überlegungen finden ihren Niederschlag in soliden Kosten-Nutzen-Abschätzungen: Etwas weniger Kontrolle über unsere Daten und eine leicht verringerte Verfügbarkeit scheinen verschmerzbar angesichts von deutlichen Einsparpotenzialen bei einem Dienst, der nicht im engeren Sinne sicherheitskritisch ist, mag sich etwa der Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens denken. Allerdings zeigt diese betriebswirtschaftliche Perspektive nur eine die Seite der Medaille, suggeriert sie doch, dass im Wesentlichen alles beim Alten bleibt, nur eben, mit dem neuen Modell der Mietsoftware, zu einem günstigeren Preis zu haben ist.

Das ähnelt der Auffassung vom Auto als pferdloser Kutsche, die das qualitativ Neue beim Vergleich mit dem Alten übersieht. Was aber hat es tatsächlich für Konsequenzen, wenn der Computer in der Wolke verschwindet? Die folgenden vier Eigenschaften sind charakteristisch für das Cloud Computing der Zukunft.

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