Deutsche Telekom 17 Millionen Datensätze gestohlen

Ein weiterer Datenskandal erschüttert die Telekom. Nach Medieninformationen sollen mehr als 17 Millionen Datensätze von T-Mobile-Kunden gestohlen worden sein, auch von Politikern, Ministern und TV-Stars. Nun werden Analysen über die Gefährdung der Prominenten erstellt.

Hamburg - Der Mobilfunksparte der Deutschen Telekom , T-Mobile, wurden über 17 Millionen Kundendatensätze entwendet. Das meldet das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL vorab in seiner neuen Ausgabe. Dem Magazin liegen Datensätze vor, die bereits im Internet in kriminellen Kreisen angeboten wurden. Sie umfassen Handynummern, Adressen, Geburtsdaten und teilweise auch E-Mail-Adressen.

Darunter befinden sich Daten vieler strengstens auf ihre Privatsphäre bedachter Prominenter wie Günther Jauch, Franz Beckenbauer, Doris Schröder-Köpf oder Charlotte Knobloch, die Vorsitzende des Zentralrates der Juden.

Die Daten wurden der Telekom offenbar bereits Anfang 2006 gestohlen, das Unternehmen erstattete Anzeige. Seither ermittelt die Bonner Staatsanwaltschaft zusammen mit dem Bundeskriminalamt. Bei Hausdurchsuchungen wurden diverse Daten beschlagnahmt. Ein Täter wurde bisher nicht ermittelt. Beim Konzern spricht man aber von einem "Vorgang, der mit höchster krimineller Energie durchgeführt wurde".

Die Telekom hat nach eigenen Angaben "alles unternommen, um die entwendeten Daten wieder zu bekommen". Außerdem seien die Sicherheitsvorkehrungen erheblich erhöht worden. Ein Schaden für Kunden sei bislang nicht bekannt.

Der Skandal kommt für die Telekom zu einer Zeit, in der sie noch in einem anderen Datenskandal steckt: Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit in der Spitzelaffäre, in der Telefonverbindungsdaten von Telekom-Aufsichtsräten und Journalisten ausgespäht wurden. Nach Informationen des SPIEGEL haben Arbeitnehmervertreter in dem Kontrollgremium den Verdacht, dass die Telekom auch E-Mails von Gewerkschaftern ausspionierte.

Telekom-Chef René Obermann hatte bereits vor zwei Wochen DGB-Chef Michael Sommer sowie weitere Aufsichtsräte darüber informiert, dass ihre Telefondaten durchleuchtet wurden. Ende Mai hatte der SPIEGEL aufgedeckt, dass in den Jahren 2005 und 2006 Telefonverbindungsdaten offenbar in großem Stil illegal erfasst und ausgewertet worden waren, um Verbindungen zwischen Aufsichtsratsmitgliedern und Journalisten zu belegen. Damit sollte die Weitergabe vertraulicher Informationen unterbunden werden.

manager-magzin.de

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