Premiere Böse Überraschung

Premiere hat vor Verlusten im laufenden Geschäftsjahr gewarnt. Das Unternehmen spricht bereits mit seinen Banken über die Restrukturierung von Krediten. Finanzvorstand Alexander Teschner ist zurückgetreten, Premiere-Chef Mark Williams übernimmt seine Aufgaben vorübergehend selbst. An der Börse ist der Premiere-Aktienkurs eingebrochen.

München - Der Bezahlfernsehsender Premiere  rechnet für dieses Jahr mit einem Minus im operativen Geschäft. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wird ein Verlust von 40 Millionen bis 70 Millionen Euro erwartet. Das teilte Premiere am Donnerstagabend mit.

Als Konsequenz der Ebitda-Prognose hat Premiere nun Gespräche mit seinen Banken über die Restrukturierung von Kreditvereinbarungen aufgenommen. Zudem legte Finanzvorstand Alexander Teschner sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder. Bis ein Nachfolger gefunden ist, übernimmt Premiere-Chef Mark Williams die Verantwortung für das Finanzressort.

"Wir überprüfen gründlich sämtliche Bereiche im Unternehmen und sind zuversichtlich, dass dies in eine neue strategische Ausrichtung mündet, die durch einen finanziell belastbaren Businessplan für das weitere Wachstum und die Profitabilität von Premiere unterstützt wird", sagte Williams.

Derzeit gebe es keine Pläne für eine Kapitalerhöhung, sagte Williams in einer Telefonkonferenz weiter. Im nachbörslichen Handel brach der Premiere-Kurs um rund 14 Prozent auf 8,00 Euro ein. Im elektronischen Xetra-Handel hatte die Aktie 0,11 Prozent auf 9,27 Euro verloren.

Premiere gab weiter bekannt, nach einer neuen Klassifizierung zum 30. September insgesamt 2,411 Millionen direkte Abonnenten zu besitzen. 940.000 Abonnenten, die nach der alten Klassifizierung enthalten waren, seien herausgerechnet worden.

Die aktuelle Abonnentenzahl setzt sich laut Premiere aus 2,293 Millionen Abonnenten zusammen, die mindestens ein Premiere-Programmpaket abonniert haben, und 118.000 Abonnenten, die Pay-Per-View und andere Pre-Paid-Leistungen aus dem Premiere-Flex-Angebot beziehen. Die neue Klassifizierung entspreche der von anderen Pay-TV-Unternehmen.

Im August hatte der damalige Premiere-Chef Michael Börnicke für 2009 die Rückkehr in die Gewinnzone in Aussicht gestellt. Im zweiten Quartal verbuchte das Münchener Unternehmen einen Nettoverlust von 37,8 Millionen Euro. Das Ebitda belief sich von April bis Juni auf 11,2 Millionen Euro. Premiere gehört zu gut einem Viertel dem Medienkonzern News Corp.  des australischen Medienmoguls Rupert Murdoch.

manager-magazin.de mit Material von dow-jones, dpa, dpa-afx und reuters

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