IT-Sicherheit Schutz beim Shoppen

Wer nicht überall im Internet seine Bank- und Kreditkartendaten hinterlegen will, sollte einen Bezahldienst nutzen. Das ist sicherer und beschleunigt den Warenversand. Doch Vorsicht: Passwortdiebe interessieren sich auch für diese Daten.
Von Dirk Kunde

Hamburg - Die Risiken und Nebenwirkungen des Onlineeinkaufs sind bekannt: Ware kommt trotz Überweisung nicht an, Betrüger locken auf gefälschte Webseiten, Phishing-Mails (Kurzform von "Password Fishing") fragen Kreditkartendaten ab. Ein beängstigendes Schreckensszenario, doch ein sicherer Onlineeinkauf ist möglich. Man muss nur einige Vorsichtsmaßnahmen befolgen.

Dazu gehört beispielsweise die Bezahlung mit Micropayment-Diensten. Eigentlich starteten Anbieter wie T-Pay, ClickandBuy oder Paypal als Abwickler für kleinere Geldbeträge im Onlinehandel. Mittlerweile bieten sie für sämtliche Zahlungen einige Vorteile. Bei den Bezahldiensten hinterlegt man einmalig seine Kreditkartendaten. Auf der Händlerseite muss man nur noch Nutzername und Passwort eingeben, und die Bezahlung wird im Hintergrund abgewickelt. Der Händler bekommt die Kreditkartendaten nie zu Gesicht.

Da sich jeder Händler beim Bezahldienst registrieren muss, weiß der Kunde, mit wem er es zu tun hat. In einigen Fällen genießt er sogar eine Versicherung. Bei der Ebay-Tochter Paypal sind Einkäufe auf der Versteigerungsplattform bis zu einem Wert von 1000 Euro versichert. Kommt die Ware nicht an oder es ist nur ein Ziegelstein im Paket, stellt der Kunde einen Antrag auf Käuferschutz.

Schnellerer Versand

Auch wer keine Kreditkarte besitzt, kann die Bezahldienste nutzen. Die großen Anbieter akzeptieren Lastschriftverfahren und bieten aufladbare Guthaben. Bei T-Pay, dem Bezahlsystem der Telekom, können die Beträge über die monatliche Telefonrechnung abgebucht werden. Alle großen Anbieter verwenden auch Giropay. Das ist ein Online-Bezahlverfahren, das Postbank, Sparkassen sowie Volksbanken Raiffeisenbanken ihren Kunden anbieten.

Neben dem Sicherheitsaspekt spricht auch das Tempo für einen Bezahldienst. Wer im Internet per Vorkasse bezahlt, muss sich zwei, drei Arbeitstage gedulden, bis seine Überweisung beim Händler eingeht. Erst dann bringt der Verkäufer die Ware auf den Weg. Bei Bezahldiensten sieht der Händler Sekunden später den Geldeingang und die Ware geht im Idealfall noch am selben Tag auf die Reise.

Wie man Phishing-Mails erkennt

Wie man Phishing-Mails erkennt

Wer bei einem Bezahldienst oder auch bei einem Händler seine Kundendaten einträgt, sollte darauf achten, dass der Browser eine gesicherte Verbindung herstellt. Das erkennt man am "s" in der Adresszeile - https statt http. Im Browser sieht man am oberen oder unteren Bildrand auch ein geschlossenes Vorhängeschloss. Neuere Browserversionen wie der Internet Explorer oder Firefox markieren die gesicherte Adressezeile grün. Klickt man dort auf den Anbieternamen, sieht man ein Sicherheitszertifikat. Damit kann man sicher sein, wirklich bei seiner Bank, seinem Bezahldienst oder dem Händler seines Vertrauens zu sein.

Um nicht per Phising-Mail auf einer gefälschte Webseite zu landen, geben Sicherheitsexperten folgende Tipps:

  • Keine veralteten Browser-Versionen verwenden
  • Firewall und Virenscanner einsetzen
  • Passwörter sollen aus einer Kombination von Klein- und Großbuchstaben sowie Zahlen bestehen
  • Banken und Bezahldienste kennen ihre Kunden. Mails beginnen niemals nur mit "Sehr geehrter Nutzer"
  • Wird in Mails dazu aufgefordert, möglichst schnell seine persönlichen Daten, Passwörter und PINs einzugeben, sollte man Verdacht schöpfen
  • Vorsicht vor Anhängen: Dateien haben oft eine zweite, unsichtbare Endung. Eine Datei mit dem Zusatz pdf.exe könnte ein schädliches Programm auf dem Rechner installieren.

Bezahlen mit dem Handy

Bezahlen mit dem Handy

Außerdem sollte man regelmäßig seine Kontoauszüge auf ungewöhnliche Abbuchungen überprüfen. Fingerabdruckscanner oder Scheckkarten mit digitalen Signaturen haben sich, obwohl verfügbar, im Onlinehandel wegen ihrer hohen Anschaffungskosten nicht etabliert. Weitere Tipps zum sicheren Online-Einkauf  gibt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.

Die Zukunft ist mobil und so werden Kunden schon bald mit ihren Handys bezahlen. Visa arbeitet in den USA mit Google an verschiedenen Lösungen. Besitzer eines Mobiltelefons mit Android-Betriebssystem sollen nahezu in Echtzeit die Umsätze mit ihrer Kreditkarte auf das Handy gemeldet bekommen. So können sie sofort reagieren, falls Missbrauch vorliegt.

Auch das Bezahlen mit einem Android-Smartphone soll möglich sein. Google hat mit Checkout bereits einen eigenen Bezahldienst, der in Europa allerdings nur in Großbritannien verfügbar ist. "Mit den aktuellen Handys und Smartphones, mit denen man im Internet surft, kann man schon heute mit PayPal bezahlen, ohne dass eine zusätzliche Applikation benötigt wird", sagt Arnulf Keese, Leiter des Geschäftskundenbereichs bei Paypal Deutschland. Außerhalb Deutschlands allerdings testet das Unternehmen weitere mobile Bezahlfunktionen. Das Ziel aller Anbieter, egal ob Bezahldienst oder Kreditkartenunternehmen, ist klar: Das Handy wird zur Geldbörse. Dann wird im Laden an der Kasse nur noch das Handy gezückt.

Sicher im Internet: Die 16 besten Tipps

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