Telekom Allzu regen Datenfluss ermöglicht

Die Deutsche Telekom muss eine Sicherheitslücke eingestehen - ausgerechnet in der Kundendatenbank. So konnten Mitarbeiter von jedem beliebigen Rechner auf die sensiblen Daten zugreifen, auch von zu Hause aus.

Bonn/Hamburg - Die Deutsche Telekom  hat ihre Kundendaten jahrelang nicht ausreichend gesichert. "Es gab eine Sicherheitslücke und wir haben diese nach Bekanntwerden umgehend geschlossen", sagte ein Konzernsprecher am Mittwoch in Bonn und bestätigte damit einen Vorabbericht der Zeitschrift "Stern".

Dies sei am 21. August 2007 geschehen. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben keine Hinweise, dass die Sicherheitslücke missbraucht wurde.

Bei der Gesellschaft haben bis zu 25.000 Menschen Zugriff auf Kundeninformationen - etwa Callcenter-Mitarbeiter oder Beschäftigte in den T-Punkten. Das Sicherheitsleck betraf den Zugriff der Callcenter auf die zentrale Kundendatenbank des Konzerns, wie der "Stern" berichtet. Die Einwahl sei lange Zeit nur mit Passwort und Kennungen geschützt, nicht aber an einen bestimmten Arbeitsplatz gebunden gewesen. Wer also über die Zugangsdaten verfügte, habe von jedem beliebigen Computer aus auf die vertraulichen Kundendaten zugreifen können.

Der Öffentlichkeit habe der Konzern allerdings die Probleme lange Zeit verschwiegen, schreibt das Magazin. Erst im Zuge der jüngsten Diskussion um Datenmissbrauch und Datenhandel in Deutschland sei der der Fall nun ans Licht gekommen. Die Staatsanwaltschaft Bremen ermittelt gegen den ehemaligen Telefonwerber der Telekom. Die Telekom hat knapp 40 Millionen Festnetz- und 38 Millionen Mobilfunkkunden in Deutschland.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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