Montag, 6. April 2020

Facebook vs. MySpace Kampf der Giganten

2. Teil: "Murdochs vielleicht bestes Investment"

"Murdochs vielleicht bestes Investment"

Dieses Kräfteverhältnis spiegelt sich auch in realen Nutzerzahlern wider: Während Facebook Ende August begeistert den Hundertmillionsten Nutzer feierte, kann sich MySpace inzwischen über die doppelte Anzahl an Registrierungen erfreuen.

Facebook im Visier: Seit sich das Start-up zunehmend von der Studentencommunity zum globalen Netzwerk wandelte, erlebt die Seite einen immensen Zustrom
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Facebook im Visier: Seit sich das Start-up zunehmend von der Studentencommunity zum globalen Netzwerk wandelte, erlebt die Seite einen immensen Zustrom
Dennoch könnte der Stern des lange Zeit führenden Social Networks, das seit der Gründung im Jahr 2003 durch seine Nähe zur Musikindustrie aufgefallen war, vielleicht schon im Sinken begriffen sein. Gemessen an Unique Usern – also real identifizierbaren Besuchern, die gewollt auf die Webseite zugreifen und dort auch verweilen – überholte Facebook MySpace im Juni dieses Jahres erstmalig: 124 Millionen Nutzer auf Facebook standen 114 Millionen auf MySpace gegenüber. Im August schwoll der Vorsprung bereits auf 132 versus 118 Millionen an.

Diese Verschiebung kommt nicht von ungefähr. Lange galt MySpace als uneinnehmbare Festung des Social Networkings. Jahre nach dem Aufkommen der ersten Onlinecommunities wie GeoCites machten die User auf MySpace plötzlich etwas, was noch im Zeitalter der Datenschutzdebatten lange Zeit undenkbar schien: Sie exponierten sich selbst mit Beiträgen, Bildern und Videos – das Schlagwort des nutzergenerierten Inhalts (Englisch: User generated content) war geboren.

Der australische Medienmogul Rupert Murdoch erkannte das Potenzial des Web-2.0-Phänomens und griff im Juli 2005 zu. Für 580 Millionen Dollar ging das boomende Netzwerk, das der Musikmanager Tom Anderson einst als PR-Tool für Bands gegründet hatte, an den Medienriesen News Corp. Börsen-Chart zeigen (Fox, DirecTV, BSkyB Börsen-Chart zeigen). "Vielleicht ist es sogar das beste Investment, das er je gemacht hat", adelte unlängst Google-CEO Eric Schmidt Murdochs lange Zeit kontrovers diskutierten Coup.

Doch Facebook gab sich nicht geschlagen. Seit sich das noch immer unabhängige Start-up aus dem Silicon Valley vor zwei Jahren zunehmend von der Studentencommunity zum globalen Netzwerk wandelte, erlebt die Seite einen immensen Zustrom. Innerhalb von zweieinhalb Jahren schoss die Nutzerzahl von 8 auf über 100 Millionen – und ein Ende ist nicht abzusehen.

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