Allianz mit Yahoo Google wird ungeduldig

Trotz laufender Untersuchungen der amerikanischen Kartellbehörde will Google seine Werbekooperation mit Yahoo nicht weiter aufschieben. Google-Chef Schmidt beschuldigte zudem Microsoft, das Abkommen zu hintertreiben.

Mountain View - Man werde wie geplant ab 11. Oktober auf einigen Yahoo-Webseiten in den USA und Kanada Werbung schalten, sagte Google-Chef Eric Schmidt am Donnerstag in Mountain View. Die Unternehmen hatten die Vereinbarung bereits im Juni angekündigt, aber mit der Umsetzung rund dreieinhalb Monate gewartet, um den Behörden Zeit zur Überprüfung zu geben. Google  habe alle Fragen der Behörden beantwortet, sagte Schmidt.

Ein weiterer Aufschub sei nicht geplant: "Zeit ist Geld in unserem Geschäft." Der Vorstandsvorsitzende beschuldigte zudem den Rivalen Microsoft , das Abkommen zu hintertreiben. "Wir sind recht sicher, dass Microsoft versucht, alle dagegen aufzubringen", sagte er.

Yahoo  hatte die Kooperation angesichts eines - schließlich gescheiterten - Übernahmeangriffs von Microsoft angekündigt. Die Unternehmen wollen sich den Umsatz aus der Kooperation teilen, wobei Yahoo nach Angaben des Partners den Großteil erhalten soll - nach Branchenberichten sollen es bis zu 800 Millionen Dollar pro Jahr sein.

Kritiker befürchten jedoch eine Schwächung des Wettbewerbs im Onlinewerbemarkt und in der Folge steigende Werbepreise. Das amerikanische Justizministerium hat nach Medienberichten einen der bekanntesten US-Kartellexperten mit der Prüfung der Angelegenheit beauftragt. Diese Woche erklärte die EU-Kommission, die Folgen des Abkommens für den europäischen Markt zu untersuchen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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