Datenklau Zehntausende PwC-Bewerber betroffen

Nach Telekom und Bertelsmann ist offenbar auch PwC Opfer von Datendiebstahl geworden. Viele tausend Bewerber des Unternehmens könnten in Gefahr geraten sein, online Geld von Zahlungskonten zu verlieren. PwC hat Strafanzeige erstattet.

Frankfurt am Main - Nach einem Hackerangriff auf eine Datenbank hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) die Frankfurter Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Das Unternehmen stellte nach eigenen Angaben am Donnerstag Strafanzeige, nachdem aufgefallen war, dass Hacker von einer Datenbank für Jobsuchende Informationen gestohlen hatten. Der genaue Umfang des Datendiebstahls sei noch nicht bekannt, sagte ein Sprecher der Firma.

Auf die Spur der Hacker kam PwC eigenen Angaben zufolge nach Hinweisen der ZDF-Redaktion Wiso am gestrigen Mittwoch. Die von einem externen Provider betriebene Internetseite diente den Angaben zufolge Nutzern bei der Formulierung ihrer Bewerbung bei PwC. Stichproben hätten nahegelegt, dass die Hacker die gestohlenen Adressen vor allem für Spam-Mails missbrauchen.

Darüber hinaus seien E-Mail-Adressen und Passwörter neben Daten aus den Beständen anderer Unternehmen auf einem chinesischen Server aufgetaucht. PwC habe seinen externen Serviceprovider umgehend zur Stilllegung der betroffenen Internetseite aufgefordert.

Nach Wiso-Recherchen befanden sich auf einem chinesischen Webserver rund 56.000 frei zugängliche Datensätze, von denen zumindest ein großer Teil aus einer Bewerberdatenbank von PricewaterhouseCoopers stammt. Die Datensätze, die aus E-Mail-Adresse und Passwort bestehen, wurden nach ZDF-Recherchen benutzt, um sich bei einem Internet-Zahlungsdienstleister anzumelden.

Dabei spekulierten die Datendiebe anscheinend darauf, dass zahlreiche Internetnutzer bei verschiedenen Diensten die gleiche Kombination aus E-Mail-Adresse und Passwort verwenden. In solchen Fällen hätten sie Zugriff auf das Zahlungskonto des Betroffenen erhalten.

Der direkter Zugriff auf die Bewerberdaten bei PwC war mit den im Netz befindlichen Informationen nach Meinung der Wiso-Redaktion allerdings nicht möglich.

manager-magazin.de mit Material von ap und zdf

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