Ifa "Mutig nach vorn"

1245 Aussteller, so viele wie noch nie, zeigen auf der Funkausstellung ihre Neuheiten. Mehr als 200.000 Besucher sollen kommen - und Aufträge für 2,75 Milliarden Euro. Erstmals werden auch Hausgeräte präsentiert. Kanzlerin Merkel rief die Branche zum Stromsparen auf.

Berlin - Die 48. Internationale Funkausstellung (Ifa) in Berlin öffnet am heutigen Freitag ihre Pforten auch für das Publikum. Bis zum 3. September zeigen 1.245 Aussteller aus 63 Ländern ihre Neuheiten. Erstmals werden dabei auch Haushaltsgeräte auf der weltweit größten Messe für Unterhaltungselektronik präsentiert.

Im Mittelpunkt der Messe stehen aber nach wie vor die Flachbildfernseher, das hochauflösende Fernsehen HDTV, Digitalkameras, Notebooks, Navigationsgeräte und Audio-Anlagen. Angesichts der stark steigenden Strompreise werben die Hersteller verstärkt mit der Energieeffizienz ihrer Geräte. Die Branche rechnet damit, dass ähnlich wie 2007 Aufträge im Wert von 2,75 Milliarden Euro gezeichnet werden. Erwartet werden auf dem Ausstellungsgelände unter dem Funkturm bis 3. September wieder mehr als 200.000 Besucher.

Bereits am Donnerstagabend hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Messe offiziell eröffnet. Merkel rief die Industrie dazu auf, noch mehr zu tun, um Energieverschwendung durch den Standby-Betrieb von Elektrogeräten zu vermeiden. "Wir werden in der Rechtsetzung hier auch voranschreiten", kündigte die Bundeskanzlerin bei der Eröffnungsgala an. Die Regierung hatte bereits vor zweieinhalb Jahren gesetzliche Schritte gegen Standby-Funktionen angekündigt.

Die Verschmelzung von Internet und Fernsehen

Merkel sprach sich auch für eine schnelle Umstellung des Fernsehprogramms auf das Format HDTV mit seiner höheren Bildauflösung aus. "Ich empfehle beiden, den Geräteherstellern und Anbietern, mutig den Weg nach vorn zu gehen." Beide Seiten dürften sich nicht auf gegenseitigen Schuldzuweisungen ausruhen. Die Elektronikindustrie drängt seit Jahren auf eine raschere Einführung von HDTV-Übertragungen. Die TV-Sender verweisen auf hohe Kosten für entsprechende Produktions- und Übertragungstechnik. ARD und ZDF wollen den regulären Sendebetrieb Anfang 2010 aufnehmen und in einem Jahr zunächst die Testübertragung starten.

Ein weiterer Trend ist die Verschmelzung von Internet und Fernsehen. Panasonic bietet Geräte an, mit denen aktuelle Videos aus dem Internet auf dem Fernseher abgespielt werden können. Derweil kündigte die Telekom den massiven Ausbau des Internetfernsehens IPTV an. Bis Ende des Jahres sollen 500.000 Kunden den interaktiven Fernsehstandard nutzen, bis Ende 2010 sogar 1,5 Millionen Kunden, wie T-Home Vorstand Christian Illek sagte. Dazu würden die Breitbandnetze VDSL und ADSL2+, mit denen das internetbasierte Fernsehen empfangen werden kann, stark ausgeweitet.

Momentan nutzen rund 250.000 Menschen das Internetfernsehen, 40 Städte sind mit dem VDSL-Highspeednetz ausgestattet. Illek kündigte an, bis Jahresende sollten 50 Städte mit VDSL und 1.000 Städte mit ADSL2+ ausgestattet sein. Diese Ausbaustrategie sei für rund 20 Millionen Kunden die Voraussetzung für das Surfen mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde. Mit IPTV können die Nutzer beispielsweise zeitversetzt fernsehen oder ihre Lieblingssendung aufnehmen.

manager-magazin.de mit Material von dpa, ap und ddp

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