Verkaufsgerüchte Micron an Qimonda interessiert

Qimonda könnte an den US-Konkurrenten Micron verkauft werden. Einem Pressebericht zufolge führt Micron Gespräche mit dem Halbleiterkonzern Infineon über dessen Speicherchip-Tochter. Infineon hält sich zu den Spekulationen bedeckt.

München - "Spekulationen kommentieren wir nicht", sagte ein Infineon-Sprecher am Montag der Nachrichtenagentur dpa-afx. Er verwies allerdings auf Äußerungen des seit Kurzem amtierenden Konzernchefs Peter Bauer, nach denen "weiter alle Optionen offen" bei der Suche nach einer Lösung für Qimonda  seien.

Das "Wall Street Journal" hatte berichtet, Micron  befinde sich in Gesprächen mit Infineon über den kompletten oder teilweisen Kauf von deren 77,5-Prozent-Paket an Qimonda. Die Infineon-Aktie  profitierte von den Spekulationen: Der Kurs stieg am Montagvormittag um rund 1,7 Prozent auf 6,05 Euro.

Infineon will seinen Anteil bis zur Hauptversammlung im Frühjahr auf unter 50 Prozent senken. "Wir sprechen zurzeit mit Finanzinvestoren und interessierten Unternehmen aus der Branche über einen Verkauf. Es gibt keine Tabus: Ein Komplettverkauf ist ebenso möglich wie ein Minderheitsanteil. Wir prüfen momentan mehrere Optionen", hatte Konzernchef Bauer jüngst in einem Interview gesagt.

Qimonda beschert der Mutter seit mehr als einem Jahr milliardenschwere Verluste. Ein Verkauf an Micron wäre allerdings eine Überraschung. Qimonda ist im April eine Technologiekooperation mit dem japanischen Wettbewerber Elpida eingegangen und prüft gerade eine gemeinsame Fertigung. Elpida hatte auch grundsätzliches Interesse an einem Einstieg bei Qimonda signalisiert.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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