Kahlschlag Telekom schließt 39 Callcenter

Die Deutsche Telekom will ihre Callcenter rentabler machen und künftig an nur 24 Standorten konzentrieren. 8000 Mitarbeiter müssen deshalb ihren Arbeitsplatz wechseln, weitere 6000 Jobs sollen aus den Technikzentren abgezogen und ausgelagert werden.

Bonn - In den kommenden zwei Jahren sollen an den 24 verbleibenden Standorten rund 70 Millionen Euro in eine verbesserte Infrastruktur investiert werden, teilte die Deutsche Telekom  am Donnerstag mit. Insgesamt werden 39 Callcenter geschlossen.

Betroffen sind 8000 Mitarbeiter, die ihren alten Arbeitsplatz tauschen werden. Insgesamt sind 18.000 Menschen in den Callcentern der Telekom beschäftigt.

Es werde keine Stellenstreichungen und keine Verlagerungen ins Ausland geben, betonte das Unternehmen. Ferner sollen 6000 Mitarbeiter aus der Netztechnik abgezogen und in T-Service integriert werden. Für sie sollen die Konditionen des im vergangenen Jahr mit Verdi abgeschlossenen Service-Tarifvertrages gelten. Das bedeutet, dass sie zu schlechteren Konditionen arbeiten müssen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte die Schließungen im Voraus als "rücksichtslos" und einen "Kahlschlag" in die Callcenterlandschaft bezeichnet. Sie kündigte eine "erhebliche Protestwelle" an. Es sei zu befürchten, dass den betroffenen Beschäftigten nicht in allen Regionen zumutbare Arbeitsplätze angeboten werden könnten, sagte Bundesvorstand Lothar Schröder am Donnerstag im WDR.

Der eigentliche Skandal der geplanten Maßnahme liege aber darin, dass sich die Deutsche Telekom aus der Fläche zurückziehe, betonte Schröder, der zugleich stellvertretender Vorsitzender des Telekom-Aufsichtsrates ist.

2007 hatte die Telekom bereits Zehntausende Beschäftigte in externe Servicegesellschaften ausgelagert, die nun für weniger Geld länger arbeiten müssen. Die Telekom forderte von der Gewerkschaft eine "konstruktive und partnerschaftliche Begleitung" der Umstrukturierung.

manager-magazin.de mit Material von afp, ddp und dpa

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