Random House "Nicht befriedigend"

Random House, die zu Bertelsmann gehörende größte Buchverlagsgruppe der Welt mit Sitz in New York, wird ihre Umsatz- und Renditeziele im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich nicht erreichen. Ein Stellenabbau sei nicht ausgeschlossen, sagte Verlagschef Markus Dohle im Gespräch mit manager magazin.
Von Klaus Boldt

Hamburg - Allein die Random-House-Verlage Bantam Dell und Doubleday liegen beim Umsatz mit rund 40 Millionen Dollar beziehungsweise 50 Millionen Dollar unter Plan. Dies berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die ab Freitag (22. August) im Handel erhältlich ist. Das US-Geschäft von Random House habe im ersten Halbjahr zwar das Vorjahresniveau erreicht, die internen Ziele aber um etwa 150 Millionen Dollar verfehlt.

Im ersten Interview seit seinem Amtsantritt im Juni, sagte der neue Random-House-CEO Markus Dohle: "Der Plan war sicherlich sehr ambitioniert." In den USA habe der Verlag "im ersten Halbjahr leider nicht so viele Titel weit oben in den Bestsellerlisten" gehabt, "wie wir es uns gewünscht hätten". Hinzu komme, so Dohle weiter, "dass wir die Marge in den USA nicht halten konnten. Dies ist nicht befriedigend".

Unsicherheit herrscht darüber, ob die Bertelsmann-Buchsparte das Vorjahresergebnis (Umsatz 1,84 Milliarden Euro, Gewinn 173 Millionen Euro) wieder erreichen kann. Wegen belastender Wechselkurseffekte dürfte dies aber schwierig sein. Auf den Märkten in Spanien, Deutschland und Großbritannien sähe es für Random House zwar "besser aus". Doch erwirtschaftet die Verlagsgruppe knapp zwei Drittel ihres Umsatzes in Dollar, weniger als 20 Prozent in Euro.

"Das stärkere Halbjahr liegt noch vor uns", sagte Dohle dem manager magazin. "Ich hoffe, dass wir in einer ähnlichen Größenordnung abschließen wie im Vorjahr." Dies sei allerdings "ein sehr sportliches Ziel". Er wäre nicht überrascht, so Dohle, wenn dieses Ziel verfehlt würde.

"Random House bleibt Kerngeschäft bei Bertelsmann"

Das Random-House-Building in London soll verkauft werden, auch einen Stellenabbau schließt der neue Random-House-Chef nicht aus. "Wir befinden uns in einem Markt, der nicht wächst. Deshalb müssen wir alles tun, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und darüber hinaus in eine neue Wachstumsphase hineinzukommen. Welche Maßnahmen dazu im Einzelnen notwendig sind, das analysieren wir zurzeit. Mein klares Ziel ist, dieses Unternehmen wachsen zu lassen - hoffentlich auch die Anzahl seiner Mitarbeiter."

Zu personellen Fragen wollte sich Dohle nicht äußern. Weder zu der angeblichen 15-Millionen-Dollar-Abfindung für seinen Vorgänger Peter Olson (58) noch zu dem gespannten Verhältnis zu seinem Chief Operating Officer Edward Volini, der ausgerechnet zum Führungswechsel ein zweimonatiges Sabbatical angetreten und sich selbst Chancen auf den Posten des CEO ausgerechnet hatte.

Gerüchten eines Verkaufs der Buchsparte erteilte Dohle eine deutliche Absage: "Random House wird langfristig zum Kerngeschäft von Bertelsmann gehören."

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