Deutsche Telekom Neue Schrumpfkur

Die größte deutsche Telefongesellschaft will nahezu jedes zweite deutsche Callcenter schließen. Telekom-Chef René Obermann hat anscheinend bereits die Bürgermeister jener Städte informiert, in denen Hunderte Arbeitsplätze wegfallen sollen.

Bonn - Die Deutsche Telekom  hat sich offenbar entschieden, eine Vielzahl ihrer Callcenter zu schließen. Der Bonner Konzern werde am Donnerstag sein Konzept zur "Zusammenfassung von Standorten" bekannt geben, berichtet der "Focus".

Telekom-Chef René Obermann habe bereits die Bürgermeister in den betroffenen Städten informieren lassen, in denen hunderte Arbeitsplätze wegfielen.

Die Deutsche Telekom bestätigte, dass eine Zusammenlegung von Standorten geplant sei. Ein Sprecher wies aber darauf hin, dass dabei jedem Mitarbeiter ein gleichwertiger Arbeitsplatz angeboten werden solle.

Dem "Focus"-Bericht zufolge werden allein in Nordrhein-Westfalen von neun Callcentern nur noch fünf übrig bleiben und die Standorte Köln und Mönchengladbach geschlossen. Nach Berechnungen des Bonner Telefonriesen ließen sich nur noch Callcenter mit 400 bis 900 Mitarbeitern wirtschaftlich betreiben, hieß es.

Die Telekom hatte 2005 angekündigt, innerhalb von drei Jahren insgesamt 32.000 Stellen streichen zu wollen. Zudem beschloss der ehemalige Staatskonzern 2007 die Auslagerung von insgesamt 50.000 Servicemitarbeitern.

Telekom-Sprecher Markus Jodl sagte zu dem "Focus"-Bericht, das Unternehmen werde in die Modernisierung seiner Servicecenter investieren. "Konkret heißt das: Wir werden kleinere Standorte in größere, wettbewerbsfähige Standorte in Deutschland überführen." Die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland sei nicht geplant.

manager-magazin.de mit Material von ap und ddp

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