Dell In der Not kauft man Computer

Die PC-Branche blickt optimistisch in die Zukunft. Kurios ist die Begründung, die Computerkönig Michael Dell dafür gibt: Gerade weil die Konjunktur so schlecht laufe, sei der Bedarf an effizienten Rechnern besonders groß.

Neu-Dehli - Der PC-Hersteller Dell  rechnet im zweiten Halbjahr trotz der allgemeinen Konjunkturschwäche branchenweit mit einem höheren Computerabsatz als in der ersten Jahreshälfte. Zur Begründung verwies das US-Unternehmen am Mittwoch darauf, dass wegen des wirtschaftlichen Umfelds Effizienz immer wichtiger werde.

"Wenn Unternehmen und Volkswirtschaften unter Druck stehen, versuchen die Leute, produktiver zu werden", sagte Konzernchef Michael Dell in der indischen Hauptstadt Neu-Dehli. Für das gesamte laufende Jahr erwarte er, dass die Branche rund 300 Millionen Computer verkaufen werde.

Das eigene Unternehmen sieht der Chef des weltweit zweitgrößten PC-Herstellers gut gerüstet für den Wettbewerb. "Ich glaube, die Branche insgesamt wird in ziemlich gesundem Umfang wachsen", sagte Dell und fügte hinzu: "Ich halte es für möglich, dass Dell schneller wächst als die Branche."

Nach Berechnungen des Branchendienstes IDC dürfte der PC-Absatz in diesem Jahr um 13 Prozent auf 296 Millionen wachsen. Für die kommenden zwei Jahre erwartet IDC ein Wachstum von jeweils rund zehn Prozent. Im zweiten Quartal war der Verkauf von PCs an Privatpersonen und Firmen in den USA wegen des unsicheren wirtschaftlichen Umfeldes zurückgegangen.

Dell lieferte Erhebungen zufolge in diesem Zeitraum jedoch fünf Millionen Rechner in seinem Heimatmarkt aus und erhöhte damit seinen Marktanteil im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent. Weltweiter Branchenprimus blieb Hewlett-Packard .

In seinem am schnellsten wachsenden Markt Indien will Dell im kommenden Jahr einen Umsatz von einer Milliarde Dollar erreichen, wie der Präsident von Dells Asien-Pazik-Geschäft, Paul-Henri Ferrand, sagte. 2007 hatte der Konzern dort 700 Millionen Dollar erwirtschaftet.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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