Gewinneinbruch Sony senkt Prognose

Bei Sony hat sich der Gewinn im ersten Quartal fast halbiert. Der Elektronikkonzern gibt vor allem dem starken Yen und der schwachen US-Nachfrage die Schuld daran. Die Japaner senkten zudem ihre Prognosen für das Gesamtjahr.

Tokio - Sony  rechnet nunmehr lediglich mit einem Nettoergebnis von 240 Milliarden Yen (1,4 Milliarden Euro), teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Bislang war Sony von einem Jahresergebnis von 290 Milliarden Yen ausgegangen. Diese Gewinnprognose lag bereits 22 Prozent unter dem Wert des Vorjahres.

Von April bis Juni erzielte der japanische Konzern den Angaben zufolge ein Nettoergebnis von 35 Milliarden Yen. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 66,5 Milliarden Yen gewesen. Das operative Ergebnis sank von April bis Juni um knapp 40 Prozent auf rund 73 Milliarden Yen, während der Umsatz um 0,1 Prozent auf 1,98 Billionen Yen anstieg.

Schuld am Gewinnrückgang ist laut Sony neben dem starken Yen eine nachlassende US-Nachfrage. Auch der stärkere Preiskampf im Elektroniksektor wirke sich negativ aus - in diesem Bereich sank der Gewinn um rund 57 Prozent. So verzeichnete Sony etwa schwächere Einnahmen bei seinen Kameras und Flachbildfernsehern in den USA, die rund 25 Prozent des Umsatzes ausmachen. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern einen um 17 Prozent geringeren Gewinn (240 Milliarden Yen). Der Umsatz werde voraussichtlich um 2,2 Prozent auf 9,2 Billionen Yen steigen.

Um seine Wettbewerbsfähigkeit im Musikgeschäft zu erhöhen, will Sony laut Presseberichten die Plattenfirma Sony BMG Music Entertainment komplett übernehmen. Der Elektronikkonzern verhandle bereits mit Bertelsmann über dessen Unternehmensanteil mit einem geschätzten Wert von 100 Milliarden Yen, berichtete die Wirtschaftszeitung "Nikkei" am Dienstag. Durch die Übernahme will Sony sich besser gegenüber dem weltgrößten Musikkonzern Universal Music Group positionieren. Ein Bertelsmann-Sprecher wollte die Gerüchte am Dienstag nicht kommentieren.

Sony BMG ist unter den weltweit vier großen Plattenfirmen derzeit die Nummer zwei vor Warner Music  und EMI . Das Unternehmen mit Sitz in New York wird vom Ex-Bertelsmann-Manager Rolf Schmidt-Holtz geleitet und ist 2004 aus einer Fusion der Musiksparten von Sony und Bertelsmann hervorgegangen.

Bertelsmann-Vorstandschef Hartmut Ostrowski hatte das von einem tief greifenden Strukturwandel betroffene Musikgeschäft wiederholt als schwierig bezeichnet. Es werde zwar mehr Musik denn je konsumiert - die Bereitschaft der Verbraucher, dafür zu bezahlen, sei jedoch im Internetzeitalter deutlich gesunken. Der Fusionsvertrag zwischen Bertelsmann und Sony sieht vor, dass frühestens Mitte 2009 einer der beiden Partner einseitig aus dem Gemeinschaftsunternehmen aussteigen kann.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa-afx

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