E-Plus Billig bleibt Trumpf

Tochter gut, Mutter passabel: Während der Überschuss des niederländischen Telekomkonzerns KPN zurückgegangen ist, hat die deutsche Tochter E-Plus Umsatz und Gewinn im zweiten Quartal gesteigert. Dank ihrer Billigmarken verzeichnen die Düsseldorfer den höchsten Kundenzuwachs seit acht Jahren.

Düsseldorf/Den Haag - Das Mobilfunkunternehmen E-Plus hat seinen Wachstumskurs im zweiten Quartal fortgesetzt. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, stiegen die Umsätze auf 808 Millionen Euro, was einem Plus von 9,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte gleichzeitig um 5,1 Prozent auf 308 Millionen Euro zu.

Der Marktanteil am Serviceumsatz sei damit von 13,7 Prozent im Vorjahr auf 15 Prozent gestiegen. Die Zahl der Kunden erhöhte sich im Vergleich zum Vorquartal um 780.000 auf 16,2 Millionen. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate stieg die Zahl der Kunden um 2,6 Millionen.

Das sei der höchste Zuwachs seit acht Jahren. 58 Prozent der Kunden nutzten die Eigen- und Kooperationsmarken von E-Plus wie den Pauschaltarif Base, die Billigmarke Simyo und den über die Supermarktkette Aldi vertriebenen Tarif.

Neben dem harten Preiswettbewerb belasten staatlich verordnete Gebührensenkungen die Umsätze der Branche. Zudem hinterlässt auch die Wirtschaftsflaute ihre Spuren. So hatte Vodafone  am Dienstag mit einem verhaltenen Ausblick die Aktien der gesamten Branche auf Talfahrt geschickt.

KPN , der niederländische Mutterkonzern von E-Plus, zeigt sich unterdessen nach einem zufriedenstellenden zweiten Quartal zuversichtlicher für sein heimatliches Geschäft. Das Ebitda werde im laufenden Jahr etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen, teilte KPN mit. Bislang hatte der Konzern einen Rückgang in dem Zweig erwartet, der für mehr als die Hälfte des Gesamtgeschäfts steht.

Mit seinem Abschneiden von April bis Juni traf KPN die Analystenerwartungen. Der Umsatz erhöhte sich im Jahresvergleich insbesondere dank der Übernahme des IT-Dienstleisters Getronics von 3,012 auf 3,662 Milliarden Euro. Das Ebitda nahm allerdings wegen Sondereffekten leicht ab von 1,275 auf 1,267 Milliarden Euro. Unter dem Strich ging der Gewinn von 400 auf 353 Millionen Euro zurück beziehungsweise je Aktie von 0,22 auf 0,20 Euro.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx, ddp, reuters

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