Mobilfunk Megafusion geplatzt

Es wäre ein Mobilfunkgigant geworden, doch Indiens Telefongesellschaft Reliance Communications hat die Fusion mit dem südafrikanischen Konkurrenten MTN vorerst aufgegeben. Der Marktwert des neuen Unternehmens hätte etwa 66 Milliarden Dollar betragen. An MTN soll auch die Deutsche Telekom interessiert gewesen sein.

Johannesburg - Die Megafusion von Indiens zweitgrößtem Mobilfunkbetreiber Reliance Communications  und dem südafrikanischen Anbieter MTN ist vorerst vom Tisch.

Aufgrund von rechtlichen und wettbewerbsrechtlichen Problemen hätten die exklusiven Gespräche zu keinem Ergebnis geführt und seien daher von beiden Seiten beendet worden, teilte MTN mit. Bei einem Zusammenschluss wäre ein Telekomgigant mit einem Marktwert von 66 Milliarden Dollar entstanden - mit Vertretungen in mehr als zwei Dutzend Ländern und rund 120 Millionen Kunden.

Reliance und MTN hatten seit Ende Mai über einen Zusammenschluss verhandelt. Damals wurde allein MTN mit 38 Milliarden Dollar bewertet. Der Verhandlungszeitraum war erst vergangene Woche verlängert worden und sollte eigentlich bis zum 21. Juli andauern.

MTN werde sich Analysten zufolge nun nach anderen Partnern in Indien umschauen. Diese seien dann aber wesentlich kleiner als Reliance, sagte der Analyst Rajay Ambekar von Cadiz African Harvest in Kapstadt. Nicht auszuschließen sei zudem, dass MTN Möglichkeiten in Pakistan, Bangladesch und vielleicht auch Südamerika in Betracht ziehen werde.

Vor einigen Monaten hatte die indische Zeitung "Business Standard" spekuliert, die Deutschen Telekom  würde ebenso wie die russische Vimpel Communications die Möglichkeit zu Gesprächen mit MTN ausloten.

manager-magazin.de mit Material von reuters