Übernahme Yahoo weist Microsoft und Icahn ab

Die Bedenkzeit war kurz, die Reaktion kühl: Yahoo hat ein Übernahmeangebot abgelehnt, das Microsoft und der Großaktionär Carl Icahn vorgelegt hatten. Der Plan, so sagt Yahoo, hätte eine Zerschlagung der Firma bedeutet.

San Francisco - Yahoo-Chef Jerry Yang hatte ohnehin wenig positiv geklungen. Konkurrent Microsoft  versuche, sein Unternehmen durch Übernahmeangebote zu destabilisieren, hatte er vor wenigen Tagen beklagt. Nun hat Yahoo  den gemeinsamen Übernahmevorschlag seines Großaktionärs Carl Icahn und Microsofts abgelehnt.

Das Angebot habe einen Verkauf des Suchmaschinengeschäfts an Microsoft vorgesehen, erklärte Yahoo. Der Vorschlag sei jedoch schlechter als die bestehende Vereinbarung mit Google und hätte einen kompletten Yahoo-Verkauf zu einem fairen Preis unmöglich gemacht. Besonders pikant: Der Vorschlag wurde Yahoo am Freitagabend mit der Aufforderung übermittelt, ihn binnen weniger als 24 Stunden anzunehmen. Das Unternehmen erklärte, es sei aberwitzig zu glauben, dass die Firmenspitze solch ein Angebot annehmen werde. "Diese merkwürdige und opportunistische Allianz von Microsoft und Icahn ist nicht im Interesse der Yahoo-Aktionäre", teilte das Unternehmen mit.

Das US-Weblog "Allthings Digital" berichtet, das neue, nun zurückgewiesene Microsoft-Angebot habe Garantieeinnahmen aus Internet-Werbung in Höhe von 20 Milliarden Dollar innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren enthalten. Ansonsten habe es nur kleinere Verbesserungen im Vergleich zur bisherigen Offerte aus Redmont gebracht. Yahoo verlangt mindestens 33 Dollar je Aktie bei einem möglichen Verkauf. Derzeit notieren die Yahoo-Aktien bei rund 23,50 Dollar.

Microsoft bemüht sich seit längerem um eine Übernahme von Yahoo. Im Juni waren die Kaufverhandlungen zunächst abgebrochen worden. Yahoo hatte bereits mehrmals die rund 47 Milliarden Dollar schwere Kaufofferte als zu niedrig zurückgewiesen. Anschließend schlug Yahoo eine Offerte für einen Anteil von 16 Prozent sowie das Suchmaschinengeschäft aus.

Für Microsoft ist Yahoo vor allem deswegen interessant, weil das Unternehmen so seine Position im wachsenden Markt für Internet- und Suchmaschinenwerbung stärken könnte. Bisher verdient Microsoft sein Geld vor allem mit Betriebssystemen und Bürosoftware. Hauptstreitpunkt bei den Übernahmeverhandlungen war neben dem Preis der Yahoo-Aktien auch die Zukunft des Yahoo-Managements. Microsoft möchte ebenso wie Yahoo-Großaktionär Carl Icahn die bisherige Führungsriege komplett ablösen.

Auf dem Yahoo-Hauptversammlung am 1. August will Icahn, der fast fünf Prozent an Yahoo hält, die neun aktuellen Yahoo-Vorstände durch von ihm bestimmte Manager austauschen lassen. Auch Firmenchef Jerry Yang würde dann seinen Job verlieren. Für diesen Fall hat Microsoft neue Gespräche angeboten.

manager-magazin.de mit material von reuters und ap

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