Fusion Sony BMG darf weiterleben

Im Rechtsstreit um die Musikehe von Sony und Bertelsmann haben sich die beiden Konzerne durchgesetzt. Der Europäische Gerichtshof kippte einen zwei Jahre alten Beschluss, wonach die Fusion von Sony und der Bertelsmann-Musiksparte aufgehoben werden sollte.

Luxemburg/Gütersloh - Die erste Instanz hatte 2006 die Genehmigung der EU-Wettbewerbshüter für den zwei Jahre zuvor erfolgten Zusammenschluss der Bertelsmann-Musiksparte BMG mit Sony Music  aufgehoben. Die EU-Kommission hatte nach dem Richterspruch die Wettbewerbsuntersuchung des Vorhabens völlig neu aufgerollt und genehmigte es im vergangenen Oktober erneut ohne Auflagen (Rechtssache: C-413/06 P).

Sony und BMG waren im Jahr 2004 zum zweitgrößten Musikkonzern der Welt verschmolzen. Damit war der Konzentrationsprozess in der von einem massiven Strukturwandel betroffenen Branche weiter vorangetrieben worden. Der Verband der unabhängigen Plattenfirmen (Impala) klagte gegen die Erlaubnis der EU-Kommission zu der Musikfusion. Das europäische Gericht erster Instanz befand, die Prüfung der Kommission sei nicht ausreichend detailliert gewesen und ordnete eine erneute Prüfung an. Diese ist inzwischen erfolgt und hatte zum Ergebnis, dass die Musikehe trotzdem ohne Auflage genehmigt wurde.

Jetzt stellte der Europäische Gerichtshof auf Betreiben von Bertelsmann und Sony fest, dass schon die Entscheidung des erstinstanzlichen Gerichtes zu einer erneuten Prüfung fehlerhaft war.

Unabhängig von der wettbewerbsrechtlichen Betrachtung könnte der Zusammenschluss aber dennoch schon bald aus wirtschaftlichen Überlegungen gekippt werden. In ihrem Fusionsvertrag hatten Sony und BMG vereinbart, mindestens bis August 2009 zusammenzubleiben. Danach können beide Partner einseitig Vertragsveränderungen bis hin zum Verkauf der Anteile verlangen.

Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski hatte im März angekündigt, dass in der Gütersloher Konzernzentrale alle Optionen geprüft werden. Möglich erscheint, dass Bertelsmann seine Anteile ganz oder teilweise an Sony abgibt oder aber auch Anteile vom japanischen Partner übernimmt. Auch ein Fortbestand des 50-Prozent-Joint-Ventures ist möglich.

manager-magazin.de mit Material von dpa

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.