Yahoo-Chef Yang "Destabilisierung durch Microsoft"

Yahoo-Gründer Jerry Yang beißt zurück: Er wirft Microsoft gezielte Destabilisierung vor. Bei der bevorstehenden Aufsichtsratssitzung will Großaktionär Carl Icahn einen neuen Verwaltungsrat installieren, der Yang absetzen und den Weg für Microsoft frei machen soll.

New York - Jerry Yang, Chef des Internetkonzerns Yahoo , hat das frische Interesse von Microsoft  an seinem Unternehmen mit scharfen Worten zurückgewiesen.

"Ich denke, dass hinter der Destabilisierung durch Microsoft immer mehr Absicht steckt", sagte Yahoo-Mitbegründer Yang dem "Wall Street Journal".

Microsoft hatte zuletzt mitgeteilt, doch wieder an einer Übernahme interessiert zu sein - aber erst wenn der Internetkonzern eine neue Führung bekommt.

Hier deutet sich ein Schulterschluss zwischen dem Softwareriesen und dem Yahoo-Großaktionär Carl Icahn an, der bei der Aufsichtsratssitzung am 1. August den Verwaltungsrat austauschen will. Das Gremium soll dann Yang ablösen und den Weg für Microsoft frei machen.

Nach Angaben Icahns gab es in den vergangenen Wochen darüber mehrere Gespräche; Icahn hatte keinen Hehl daraus gemacht, dass sein Ziel unverändert eine "freundliche Übernahme durch Microsoft" bleibe. Die Hauptversammlung hatte eigentlich bereits am 3. Juli stattfinden sollen, musste jedoch wegen der Querelen zwischen Icahn und Yahoo verschoben werden.

"Herrn Icahn und seinem Verwaltungsrat zu vertrauen, ist wirklich eine schlechte Wahl", sagte Yang. Das Milliardär hat den Ruf eines "Firmenjägers" und hatte bereits bei vielen Unternehmen für Unruhe gesorgt.

Microsoft hatte Yahoo erstmals Ende Januar eine Übernahme angeboten. Die Yahoo-Spitze lehnte aber sowohl das zunächst 44,6 Milliarden Dollar (28 Milliarden Euro) schwere Angebot als auch spätere höhere Offerten als zu niedrig ab.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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