GfK vs. WPP Günter Herz will gemeinsam mit der GfK die britische TNS übernehmen

Der deutsche Marktforscher GfK will seinen britischen Rivalen TNS kaufen und wird dabei von Milliardär Günter Herz unterstützt. Eine Fusion der beiden Unternehmen ist damit vom Tisch. Die Nürnberger reagieren mit ihrer Ankündigung auf das feindliche Übernahmeangebot des Marketingkonzerns WPP für TNS.

London - Der Marktforscher GfK will nicht mehr mit dem britischen Rivalen Taylor Nelson Sofres (TNS) fusionieren und ihn stattdessen übernehmen. Das Nürnberger Unternehmen werde dabei von dem Milliardär Günter Herz unterstützt, erfuhr manager-magazin.de. Weitere deutsche Milliardäre wollten sich an dem spektakulären Vorhaben beteiligen.

Der Vertrag zur geplanten Fusion von GfK und TNS zum zweitgrößten Marktforscher der Welt werde damit aufgehoben, hieß es. Die GfK werde ein eigenes Barangebot für TNS vorlegen. GfK-Aktien  verloren nach der Mitteilung knapp 3 Prozent und kosteten noch 24,50 Euro.

Der GfK-Vorstand reagierte damit auf politische Widerstände in Bayern sowie das Gegenangebot des britischen Werbekonzerns WPP für TNS. Der britische Marketingkonzern WPP hatte zuvor offiziell sein feindliches Übernahmeangebot für TNS vorgelegt. WPP biete für den Marktforscher 1,08 Milliarden Pfund (1,35 Milliarden Euro), sagte WPP-Chef Martin Sorrell am Mittwoch.

WPP legte das Angebot direkt den TNS-Anteilseignern vor, nachdem das Management drei unverbindliche Übernahmeangebote - zuletzt das über 1,08 Milliarden Pfund - als zu niedrig abgelehnt hatte. WPP, weltweit der zweitgrößte Marketingkonzern, hatte bis Mittwoch eine Frist einzuhalten, entweder ein offizielles Angebot vorzulegen oder sich zurückzuziehen. WPP-Aktien  gaben an der Londoner Börse um 2,64 Prozent auf 451,75 Pence nach, während TNS-Papiere 10,89 Prozent auf 275,00 Pence gewannen.

GfK und TNS wollten sich seit April zusammenschließen. Nach wachsendem Druck hatte der GfK-Verein die Abstimmung über die geplante Fusion vor Kurzem allerdings verschoben. Gegen die Fusion gab es in Nürnberg und im Freistaat Bayern Widerstand, da Nachteile für den Standort befürchtet wurden.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx