Software Mieten bei Microsoft

Das Geschäft mit Online-Mietsoftware für Unternehmen boomt. Nach Salesforce.com und Google, die bisher den Markt dominieren, wirft nun auch Microsoft zwei Abopakete auf den US-Markt: Das große soll pro Anwender 15, das kleine drei Dollar im Monat kosten. 2009 soll das Angebot auch in Deutschland starten.

Houston - Microsoft  bietet seinen Kunden künftig eine Reihe von Unternehmensanwendungen über das Internet als Mietsoftware an. Auf der weltweiten Partnerkonferenz in Houston (US-Bundesstaat Texas) stellte der Softwaregigant am Dienstag zwei Programmpakete vor, die unter dem Namen "Microsoft Online Services" vermarktet werden.

Microsoft reagiert damit auf den Erfolg von Konkurrenten wie Salesforce.com oder Google , die bislang den Markt von SaaS, "Software as a Service", (Software als Dienstleistung) dominieren.

Mit den beiden Programmpaketen können Firmen E-Mail, Kalenderfunktionen, Kontakte, gemeinsame Arbeitsbereiche sowie Web- und Videokonferenzen über das Internet nutzen, ohne selbst einen Server einrichten und betreiben zu müssen. Der Kunde zahlt dafür je nach Funktionsumfang, Nutzungsdauer und Nutzeranzahl eine Gebühr.

Für das größere Paket ("Microsoft Online Business Productivity Suite") verlangt Microsoft in den USA 15 Dollar pro Monat und Anwender. Die kleinere Lösung ("Microsoft Online Deskless Suite") kostet drei Dollar pro Monat und Anwender. Die Kunden müssen das Softwareabonnement für mindestens ein Jahr abschließen. In Deutschland sollen die Onlinedienste im ersten Halbjahr 2009 auf den Markt kommen. Das Umsatzvolumen von SaaS-Anwendungen beträgt in Deutschland derzeit etwa 270 Millionen Euro. Bei jährlichen Wachstumsraten von etwa 30 Prozent könnte es bis Ende 2010 auf rund 580 Millionen Euro zulegen.

Obwohl Microsoft mit dem neuen Modell die Leistungen direkt zur Verfügung stellt und auch direkt mit dem Endkunden abrechnet, will der Softwarekonzern seine Partner an dem Onlinegeschäftsmodell beteiligen. Systemhäuser, die beispielsweise Kunden bei der Einführung der Dienste beraten, erhalten im ersten Jahr 18 Prozent der Vertragssumme als Provision und werden in der Folgezeit mit sechs Prozent am laufenden Umsatz beteiligt.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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