Infineon Fusionsfantasie verfliegt

Der neue Infineon-Chef Peter Bauer strukturiert den Halbleiterkonzern um. Er teilt das Unternehmen in fünf Bereiche auf. Gleichzeitig trat Bauer Spekulationen engegen, das Unternehmen werde mit einem Konkurrenten fusionieren. Ein Stellenabbau ist unterdessen nicht ausgeschlossen.

München - Infineon  werde künftig in die fünf Halbleiterbereiche Automobil, Industrieelektronik, Sicherheitstechnik, Festnetztelekommunikation und Mobilfunk eingeteilt, sagte Infineon-Chef Peter Bauer am Mittwoch.

Die Chefs der Sparten würden Bauer unterstellt. Der bisherige Telekomchip-Vorstand Hermann Eul werde in dem Führungsgremium künftig für Vertrieb und Entwicklung zuständig sein. Das Mobilfunkgeschäft werde im kommenden Geschäftsjahr die "nachhaltige Trendwende" schaffen. Bauer werde die Erträge der bisherigen Com-Sparte "scharf im Auge" behalten und Abweichungen auf dem Weg zu eine operativen Rendite von mindestens 10 Prozent nicht tolerieren.

Auf dem Weg zu den geplanten Einsparungen eines dreistelligen Millionenbetrags bis 2009 werde es "auch zu einschneidenden Maßnahmen" kommen. Ein Stellenabbau sei derzeit aber noch nicht zu beziffern. Eine Verlagerung der bestehenden Werke aus Europa sei nicht seine Absicht. "Das ist in der Halbleiterei zu teuer und man verliert zu viel Expertise."

Bauer bestätigte daneben das Trennungsdatum für die stark defizitäre Speicherchip-Tochter Qimonda . "Wir wollen bis zur Hauptversammlung 2009 in die Minderheit kommen", sagte er. Sollte ein Teilverkauf des heute noch 77,5 Prozent großen Aktienpakets nicht gelingen, sollen die Qimonda-Anteile weiterhin als Dividende an die Infineon-Aktionäre ausgeschüttet werden. Zu den Spekulationen, der japanische Qimonda-Partner Elpida könnte die Tochter kaufen, sagte Bauer: "Es gibt auch andere Möglichkeiten."

Zudem dämpfte der Infineon-Chef erneut Spekulationen um eine Fusion des Unternehmens mit einem Konkurrenten. In der Branche verstärkten die Wettbewerber ihr Kerngeschäft zunehmend auch mit Zukäufen.

"Wir werden uns auch zukünftigen Gesprächen jeglicher Art nicht entziehen." Allerdings stehe derzeit keine Entscheidung an. Große Zukäufe schloss Bauer aus. "Um der Größe Willen allein werden wir uns in keine Abenteuer stürzen. Das ist nicht mehr zeitgemäß." Es stehe für ihn nicht zur Debatte, das Unternehmen zu verkaufen oder in einen anderen Konzern einzubringen.

manager-magazin.de mit Material von dpa, dpa-afx und reuters

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