PC Videorekorder de Luxe

Wer Filme oder Serien aufnehmen will, ist mit einem einfachen Festplattenrekorder gut bedient. Die Werbung lässt sich damit allerdings nicht herausschneiden, auch das Brennen auf DVD ist meist schwierig. Dafür eignet sich wiederum der Heim-PC, der mit wenigen Handgriffen zum digitalen Filmstudio umgebaut werden kann.

Berlin - Das Fernsehen ist unübersichtlich geworden. Dank digitaler Technik kommen bereits über die Antenne (DVB-T) über 20 Sender ins Haus, mit Kabel (DVB-C) oder Satellit (DVB-S) wächst die Auswahl auf Dutzende bis Hunderte von Programmen.

Wer möglichst wenig von dem riesigen Programmangebot verpassen will, holt sich Unterstützung von der Technik. Die einfachste Lösung ist zweifellos der Kauf eines digitalen Festplattenrekorders. Für weniger als 200 Euro gibt es Modelle, die einen DVB-T-Receiver sowie eine Festplatte mit Speicherkapazität für 100 Stunden mitbringen. Das reicht, um auch während eines längeren Urlaubs keine Folge seiner Lieblingsserie zu verpassen. Und beim Anschauen lassen sich lästige Werbepausen durch einfaches "Vorspulen" überspringen.

Wer mehr will, beispielsweise Filme per Schnitt von Werbung befreien und auf DVD brennen, ist mit einem PC besser bedient. Zeitgemäße Rechner, also grob mit Kaufdatum ab 2006, bringen die Voraussetzungen zum Einsatz als Videorekorder in der Regel mit.

Hier ist in erster Linie ein schneller Prozessor (beispielsweise Intels Core-2-Duo oder AMDs Athlon) für die Bearbeitung und Konvertierung der Videodaten zu nennen. Je nach Größe der eingebauten Festplatte empfiehlt sich zudem die Anschaffung einer externen Platte für den USB-2.0-Anschluss. Da 90 Minuten Filmmaterial rund 2,5 Gigabyte (GB) vom Speicherplatz beanspruchen, sind auch Speicherriesen mit 250 GB schnell am Ende.

Schwieriger wird es bei der Wahl der TV-Karte. Wer DVB-T empfangen kann und mit Qualität und Senderauswahl zufrieden ist, braucht nicht mehr als einen USB-Stick, den es schon ab 20 Euro gibt. Kommt diese Lösung nicht in Frage, muss eine Karte für Kabel- beziehungsweise Satellitenempfang her. Interne Receiver für DVB-S gibt es ab 40 Euro - ist die übrige Infrastruktur (Satellitenschüssel, Verkabelung et cetera) bereits vorhanden, steht dem Fernsehvergnügen auf dem PC nichts mehr im Wege.

Kompliziert wird's bei DVB-C

Kompliziert wird's bei DVB-C

Wirklich kompliziert ist PC-Fernsehen über Kabel. Einfache DVB-C-Karten kosten zwar nur um die 70 Euro. Da Netzbetreiber wie Unity Media oder Kabel Deutschland ihre Receiver jedoch mit einer Smartcard ausstatten und private Sender entschlüsselt werden müssen, brauchen TV-Karten für den PC zwingend einen CI-Steckplatz.

Außerdem muss beim Netzbetreiber unter Umständen eine zweite Chipkarte für den Steckplatz bestellt werden, da die mit dem herkömmlichen Receiver ausgelieferte Smartcard nicht passt. Bei Unity Media schlägt diese zusätzliche Chipkarte immerhin mit fünf Euro pro Monat zu Buche. Wer diesen Aufwand scheut, bekommt über das Kabel nur die öffentlich-rechtlichen Sender zu sehen.

Ein Thema für sich ist die Integration der TV-Karten in Microsofts Media Center. Während DVB-T-Receiver in der Regel problemlos mit der Bedienoberfläche zusammenarbeiten, verweigern viele Satelliten- und Kabelempfänger zumindest unter Vista ihren Dienst. Wer den Komfort des Media Centers nicht missen will, sollte sich vor der Anschaffung der Karte unbedingt beim Hersteller darüber informieren, ob die Kombination funktioniert. Eine äußerst hilfreiche Anlaufstelle für Fragen rund um das Media Center ist die " MCE-Community " im Netz.

Erkennt das Media Center die Karte, lassen sich Aufnahmen ohne Zusatzprogramme schneiden und auf DVD brennen, vorausgesetzt das Material ist nicht zu umfangreich. Ist eine Komprimierung notwendig, erledigt diese das kostenfreie Plug-in TV-Toolbox  zuverlässig. Zur Konvertierung in andere Formate, beispielsweise für eine DVD, muss allerdings auch das Programm "Power-DVD 7" (Kostenpunkt: 30 Euro) installiert sein.

Wer auf das Media Center verzichten kann oder muss, findet mit den Programmen DVB Viewer  und Filmbrennerei  möglicherweise einen passenden Ersatz. Der DVB Viewer für 15 Euro unterstützt zahlreiche Karten und ermöglicht einen unkomplizierten Videoschnitt. Das Ergebnis lässt sich dann mit der Filmbrennerei (knapp 30 Euro) auf DVD oder andere Datenträger bannen.

Hendrik Roggenkamp, ddp

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