Firefox/Opera Gemeinsam gegen Microsoft

Fast zeitgleich haben Mozilla und Opera ihre neuen Browser vorgestellt. Beide Versionen punkten mit mehr Komfort und Sicherheit. Mozilla will mit dem Firefox 3 sogar den Eintrag ins "Guiness Buch der Rekorde" schaffen. Microsoft muss mit der neuen Version des Internet Explorers dringend nachlegen.

Mountain View/Frankfurt am Main - Seit Dienstagabend steht der neue Firefox 3 von Mozilla zum kostenlosen Herunterladen  im Internet bereit. Mit neuen Funktionen und dem Versuch eines Eintrags ins "Guinness Buch der Rekorde" will die Nummer zwei Marktführer Microsoft  weitere Marktanteile abringen.

Der Browser wurde Mozilla zufolge komplett überarbeitet. Webseiten sollen zwei- bis dreimal schneller dargestellt werden als in der Vorgängerversion, dennoch soll das Programm im Betrieb deutlich weniger Speicher benötigen.

Auch der Schutz gegen Schadprogramme und Phishingangriffe auf den Rechner wurde ausgeweitet. Die mit einem Klick erreichbare Website-ID zeigt an, ob eine Internetseite auch das ist, was sie vorgibt.

Neu sind zudem die intelligente Adressleiste "Awesome Bar", die sich den Vorlieben des Nutzers anpassen soll. Nach der Eingabe einiger Zeichen schlägt sie beispielsweise die gewünschte Internetadresse vor. Mit dem neuen Ganzseiten-Zoom kann jeder Bereich einer Webseite markiert und zur besseren Les- oder Sichtbarkeit vergrößert werden.

Der Browser kann zudem je nach individuellen Vorlieben personalisiert werden. Mehr als 5000 Add-ons (Zusatzprogramme) stehen dafür bereit. Sie sollen beispielsweise Onlineauktionen oder das Hochladen von Fotos vereinfachen.

Die Entwickler streben mit dem Firefox-Start einen Eintrag ins "Guinness Buch der Rekorde" an: Innerhalb von 24 Stunden wollen sie die bislang größte Zahl an Downloads einer Software erzielen. Kurz nach der Veröffentlichung des neuen Browsers war die Seite bereits lahm gelegt. Nutzer mussten sich teilweise stundenlang gedulden, um auf die Webseite zu gelangen.

Ende 2004 war die Mozilla-Entwicklergemeinde erstmals mit einer Firefox-Version an den Start gegangen und hatte Microsoft überraschend schnell Marktanteile abgerungen. Inzwischen hat der Browser, der in mehr als 45 Sprachen zur Verfügung steht, nach Angaben der Entwickler mehr als 175 Millionen Nutzer. Die Mozilla Corp. finanziert sich vor allem aus Kooperationsvereinbarungen mit Suchmaschinen wie Google  und gehört vollständig der gemeinnützigen Mozilla Stiftung.

Der neue Opera

Der neue Opera

Ganz edel und schlicht präsentiert sich die Version 9.5 des Browsers Opera . Das auf die wesentlichen Dinge reduzierte Design, das sich wie fast alles an Opera ändern und den persönlichen Bedürfnissen anpassen lässt, sollte aber nicht über die Funktionsvielfalt hinwegtäuschen, die der flotte Browser aus Norwegen mitbringt.

Zu den wichtigen Neuerungen für den Nutzer gehören ein integrierter und standardmäßig eingeschalteter Malwareschutz, der unter anderem vor Phishing schützen soll.

Opera möchte in der Version 9.5 aber vor allem der Browser für alle internetfähigen Geräte des Nutzers werden, sei es der PC daheim, der Laptop unterwegs oder das Handy. Denn für die Mobilgeräte gibt es ja den Browser Opera Mini.

Auch das Betriebssystem spielt dabei fast keine Rolle mehr. Denn alle Opera-Browser auf diesen Geräten lassen sich über die Funktion "Opera Link" leicht synchronisieren. Voraussetzung dafür ist eine Anmeldung bei Opera und die Einrichtung eines Benutzerkontos. Dann sind auf Wunsch nicht nur die Lesezeichen, die Speed-Dial-Einstellungen, sondern auch Notizen, die mit der entsprechenden Opera-Funktion erstellt wurden, auf allen Rechnern die gleichen.

Wer beim schnellen Surfen durch das Internet schon mal die Orientierung verliert und die Adresse einer Website vergisst, wird vielleicht die Funktion Quick Find zu schätzen wissen. Nach der Eingabe eines Begriffs aus der gesuchten Website findet Opera diese wieder. Auf einen zusätzlichen Feedreader und ein Mailprogramm kann man unter Umständen verzichten, denn die sind in Opera wie schon bei früheren Versionen integriert.

Im Sommer soll dann auch die achte Version des Internet Explorers erscheinen. Es bleibt abzuwarten, ob Microsoft  damit die Aufholjagd von Mozilla und Opera verlangsamen kann kann.

manager-magazin.de mit Material von ap und dpa