Freenet-Ambitionen Drillisch kauft eigene Aktien zurück

Drillisch stärkt sich mit einem Aktienrückkauf für mögliche Akquisitionen. Damit untermauert der Mobilfunkdienstleister auch seine Ambitionen auf das Mobilfunkgeschäft des Konkurrenten Freenet. Denn trotz gerichtlicher Niederlagen hat Drillisch die Hoffnung auf eine Übernahme des Freenet-Mobilfunkgeschäfts nicht aufgegeben.

Düsseldorf - Drillisch  teilte am Freitag in Maintal bei Frankfurt mit, bis zu 10 Prozent des Grundkapitals oder maximal 5,3 Millionen eigene Aktien zurückkaufen zu wollen. Die Frist ende am 27. Februar.

Mit den Papieren sollten mögliche Zukäufe finanziert werden, teilte das Unternehmen mit. Aber auch eine spätere Einziehung oder eine erneute Veräußerung der Aktien seien nicht ausgeschlossen. Drillisch hatte sich von der Hauptversammlung Ende Mai zum Rückkauf ermächtigen lassen. Derzeit tendiert das Papier bei einem Kurs von etwa 4,20 Euro. Beim vorangegangenen Aktienrückkaufprogramm, im Rahmen dessen Drillisch fast 1,7 Millionen Papiere erwarb, lag der gewichtete Durchschnittskurs bei 4,40 Euro.

Trotz gerichtlicher Niederlagen hat Drillisch die Hoffnung auf eine Übernahme des Freenet-Mobilfunkgeschäfts nicht aufgegeben. Weitere Zukäufe habe Drillisch derzeit nicht im Visier, hatte Vorstandschef Paschalis Choulidis noch vor wenigen Tagen gesagt. Drillisch und der Internetanbieter United Internet  sind über die gemeinsame Holding MSP Großaktionär von Freenet . Sie wollen den norddeutschen Anbieter von Mobilfunk- und Internetanschlüssen unter sich aufteilen.

Freenet jedoch durchkreuzte diesen Plan mit der Übernahme des Mobilfunkanbieters Debitel, die den beiden Großaktionären missfällt. Mit der Übernahme erhält der bisherige Debitel-Eigner Permira 25 Prozent an Freenet. Der Anteil der MSP wird zugleich auf 18,9 von 25,2 Prozent verwässert.

United Internet und Drillisch dringen auf die Einberufung einer Freenet-Hauptversammlung, die über den Debitel-Kauf abstimmen soll. United-Internet-Chef Ralph Dommermuth verfügt nach eigenen Angaben Aussicht auf die Mehrheit an Freenet. Danach haben institutionelle Investoren ihr Interesse bekundet, ihre Anteile an Freenet an United Internet zu verkaufen. Zusammen mit diesen 32,6 Prozent käme MSP dann auf über 58 Prozent des Grundkapitals, hatte Dommermuth deutlich gemacht.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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