Mittwoch, 18. September 2019

AR-Chef Kley Der Strippenzieher von Infineon

Nach knapp vier Jahren als Vorstandschef von Infineon musste Wolfgang Ziebart am Montag seinen Hut nehmen. Der erfolglose Sanierer scheiterte an der schwankungsanfälligen Speicherchiptochter Qimonda, aber auch an Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley. Dieser zeigte mal wieder, wer die Fäden bei Infineon in der Hand hält.

Hamburg – Es war nur noch eine Frage der Zeit und gestern Abend war es soweit: Der Chipkonzern Infineon Börsen-Chart zeigen teilte mit, dass Vorstandschef Wolfgang Ziebart zum 1. Juni sein Amt niederlegt.

Infineon-AR-Chef Kley greift durch: "Die andauernden Verluste sind unbefriedigend"
Nach wochenlangen Streitereien mit Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley über die Sanierung und die künftige Ausrichtung des Unternehmens zog Ziebart am Montag den Kürzeren. Schon auf der Hauptversammlung im Februar warf Kley dem 58-Jährigen vor, sich bei der Sanierung des Chipkonzerns nicht genug anzustrengen. "Die andauernden Verluste sind unbefriedigend", so Kley.

Seit Ziebarts Amtsantritt im September 2004 schrieb Infineon keinen Gewinn mehr. Seinen vorläufigen Tiefpunkt erreichte das Unternehmen bei der Vorlage der jüngsten Quartalszahlen: Rund 1,4 Milliarden Euro Verlust hatten sich angehäuft, verursacht vor allem von der defizitären Speicherchiptochter Qimonda.

Ziebart hatte das schwankungsanfällige Speicherchipgeschäft im Mai 2006 mit der Gründung von Qimonda Börsen-Chart zeigen ausgelagert und das Unternehmen kurze Zeit später an die Börse gebracht, um sich schließlich endgültig von dem Bereich zu trennen. Auf der Mehrheit der Anteile blieb Infineon mit 77,5 Prozent aber sitzen. Da die Preise für Speicherchips immer weiter sanken und Qimondas Verluste teilweise sogar den Umsatz des Unternehmens überstiegen, fand sich bis heute kein Käufer für die Infineon-Tochter.

"Mit der Ausgliederung von Qimonda hat Ziebart zu lange gewartet", erklärt Dresdner-Bank-Analyst Thomas Liskamm im Gespräch mit manager-magazin.de die Gründe für den Rücktritt. Qimonda sei von Quartal zu Quartal immer weniger wert gewesen und die jüngsten Quartalszahlen brachten das Fass zum Überlaufen. "Ziebart hat zu wenig getan, um Qimonda loszuwerden und die Abhängigkeit vom Dollar zu reduzieren", meint auch Analyst Heino Ruland von Frankfurt Finanz.

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