Montag, 23. September 2019

Infineon Ziebart tritt zurück

Mit einem Wechsel an der Spitze leitet der Chiphersteller Infineon ein neues Sparprogramm ein. Konzernchef Wolfgang Ziebart muss wie erwartet den Hut nehmen. Peter Bauer, Chef der Autochipsparte, übernimmt das Amt des Vorstandssprechers.

München - Der Halbleiterhersteller Infineon Börsen-Chart zeigen bekommt wie erwartet einen neuen Chef: Wolfgang Ziebart lege zum 1. Juni sein Amt als Vorstandsvorsitzender nieder, teilte der Konzern am Montagabend mit. Grund seien unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige strategische Ausrichtung des Unternehmens.

Vorstand ohne Fortune: Infineon-Chef Ziebart tritt zum 1. Juni zurück
Vorstandsmitglied Peter Bauer, derzeit Chef der Autochipsparte, werde zum Vorstandssprecher ernannt. Wie es in der Mitteilung weiter hieß, haben Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, ein unternehmensweites Programm unter dem Namen "IFX 10-plus" zu starten, mit dem die Margen verbessert und die Herstellungskosten gesenkt werden sollen. Nähere Angaben machte Infineon zunächst nicht. Einzelheiten würden in den nächsten Wochen erarbeitet und definiert, hieß es.

Der glücklose Ziebart galt seit Monaten als angezählt. Obwohl er viel Erfahrung hat und gelegentlich auch Härte zeigte, gelang dem 58-jährigen die Sanierung des Chipherstellers nicht. Seit seinem Amtsantritt im September 2004 hat das konjunkturanfällige Unternehmen keinen Gewinn mehr geschrieben. Ziebarts Vertrag wäre eigentlich noch bis September 2009 gelaufen. Über die Höhe seiner Abfindung wollte ein Konzernsprecher keine Angaben machen.

Infineon steckt in einer tiefen Krise. Allein von Januar bis März verlor Infineon unterm Strich 1,37 Milliarden Euro. Die Probleme im operativen Geschäft hatten zuletzt zu einem Machtkampf an der Infineon-Spitze geführt. So soll Chefkontrolleur Max-Dietrich Kley Medienberichten zufolge die Ablösung Ziebarts betrieben haben. Bei der Hauptversammlung im Februar hielt Kley dem Konzernchef öffentlich vor, er strenge sich bei der Sanierung des Chipkonzerns nicht genug an. Uneinig sollen sich die beiden vor allem in der Frage gewesen sein, ob sich Infineon mit dem niederländischen Wettbewerber NXP, einer Abspaltung des Konzerns Philips Börsen-Chart zeigen, zusammentun sollte. Ziebart war dem Vernehmen nach dagegen, Kley dafür.

In seiner heutigen Sitzung habe der Aufsichtsrat Kley einstimmig das Vertrauen ausgesprochen, hieß es. In Medienberichten war zuvor bereits über eine vorzeitige Trennung von Ziebart spekuliert worden. Als Gründe wurden Differenzen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Kley über die Strategie des Halbleiterherstellers genannt.

Neuer Vorstandssprecher: Infineon-Vorstand Bauer
Zu Ziebarts Abschied sagte Kley, Infineon sei ihm "zu großem Dank verpflichtet", weil er das Unternehmen strategisch neu ausgerichtet habe. Er gliederte das schwankungsanfällige Speicherchipgeschäft in die eigenständige Tochter Qimonda Börsen-Chart zeigen aus und brachte sie im August 2006 an die Börse.

Der studierte Elektrotechniker Peter Bauer begann seine Karriere 1986 bei Siemens Börsen-Chart zeigen im Bereich Halbleiter und wurde nach der Ausgliederung des Segments im Jahr 1999 Vorstandsmitglied bei Infineon. Dort war er seither für den Geschäftsbereich Automobil- und Industrieelektronik und Multimarket sowie für die zentralen Vertriebsfunktionen zuständig. Diese Aufgaben wird Bauer laut dem Sprecher auch weiterhin wahrnehmen.

manager-magazin.de mit Material von reuters, dpa, dow jones

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