Bürgschaft E-Plus traut Freenet nicht

Nach der Übernahme von Debitel durch Freenet haben die Netzbetreiber offenbar Angst um die Rückzahlung ihrer Forderungen. In einem Brief an Freenet-Chef Eckhardt Spoerr soll der Anbieter E-Plus, der über Freenet Mobilfunkverträge vertreibt, die Absicherung seiner Forderungen über eine Bürgschaft verlangt haben.

Düsseldorf - Der Netzbetreiber E-Plus fordert von Freenet  eine Bürgschaft. Das berichtet das "Handelsblatt" (Montagausgabe).

In einem Brief von E-Plus an den Freenet-Vorstandschef Eckhardt Spoerr sei die Rede von einer Summe in Höhe "der getätigten Umsätze der vergangenen drei Monate diesen Jahres". Offen sei dabei allerdings, ob sich diese Aussage auf die Gesamtumsätze von Freenet beziehe oder nur auf den deutlich geringeren Umsatz direkt mit E-Plus, hieß es.

Branchenkreisen zufolge solle es sich um einen zweistelligen Millionenbetrag handeln. Neben E-Plus soll den Kreisen zufolge mindestens ein weiterer Netzbetreiber eine ähnliche Forderung stellen. E-Plus wollte den Vorgang laut der Zeitung nicht kommentieren, auch Freenet lehnte eine Stellungnahme ab.

Freenet hatte vor wenigen Wochen Debitel für 1,6 Milliarden Euro übernommen. Verkäufer war der Finanzinvestor Permira, der nun Großaktionär von Freenet werden soll.

Die Transaktion war umstritten. Zum einen hatte sich Freenet-Großaktionär United Internet  gegen die Übernahme gestellt, weil der Konzern Freenet übernehmen wollte. Zum anderen hat Freenet mit dem Kauf des Konkurrenten Schulden in Höhe von 1,1 Milliarden Euro übernommen.

Dieser Schuldenberg bereitet nun offensichtlich E-Plus Sorgen. "Unser Vertrauen in die Sicherung der geschuldeten Entgelte für die Inanspruchnahme unserer Mobilfunkdienste ist schwer beeinträchtigt". heißt es in dem Schreiben an Spoerr.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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