Microsoft Geld gegen Klicks

Nach der vorerst gescheiterten Übernahme von Yahoo will Microsoft nun nicht noch mehr Zeit verstreichen lassen und setzt erst einmal auf die Weiterentwicklung der eigenen Suchmaschine. Um die Reichweite zu erhöhen, sollen Internetnutzer künftig mit Rabatten auf die Seite gelockt werden.

Redmond - Kunden, die über Microsofts Suchmaschine Produkte bei bestimmten Händlern finden und kaufen, bekämen künftig einige Prozent des Preises zurückerstattet, kündigte Microsoft-Gründer Bill Gates an. Die Rabatte würden aus den Anzeigeneinnahmen finanziert.

Bislang beteiligen sich den Angaben zufolge rund 700 US-Einzelhändler im Internet an dem Programm namens Cashback. Zu den Partnern zählen unter anderem Onlineshops wie Ebay  oder der US-Buchhändler Barnes & Noble.

Im Suchmaschinengeschäft rangiert Microsoft seit Jahren deutlich hinter den Rivalen Google und Yahoo. Im April vergrößerte sich der Abstand zum Marktführer nach jüngsten Zahlen der Marktforscher Comscore erneut. In den USA entfielen in diesem Monat 61,6 Prozent der Suchanfragen auf die Suchmaschine von Google gegenüber 59,8 Prozent, die der Marktführer noch im März verbuchte.

Die Anteile von Yahoo und Microsoft gingen dagegen weiter zurück: Yahoo, die Nummer zwei im Suchmaschinenmarkt, kam auf einen Anteil von nur noch 20,4 Prozent gegenüber 21,3 Prozent im März. Microsoft musste ebenfalls Einbußen hinnehmen, der Anteil schrumpfte von 9,4 Prozent im März auf nun 9,1 Prozent.

Nach der vorerst misslungenen Übernahme von Yahoo  setzt Microsoft  damit nun zunächst auf die Weiterentwicklung der eigenen Suchmaschine. Der weltgrößte Softwareanbieter wollte mit der milliardenschweren Übernahme des Internetportals den Suchanzeigen-Marktführer Google  einholen.

Yahoo lehnte jedoch mit der Begründung ab, der gebotene Preis von 47,5 Milliarden Dollar sei zu niedrig. Zu Wochenbeginn brachte Microsoft daraufhin andere Formen der Partnerschaft ins Gespräch - ohne allerdings konkret zu werden. Spekuliert wird darüber, dass der Konzern nur noch das Suchmaschinengeschäft und die erfolgreiche Asien-Sparte von Yahoo übernehmen will. Dass ein solcher Schritt Microsoft stärken könnte, bezweifeln Beobachter allerdings.

Er glaube nicht, dass vom Standpunkt des Konsumenten aus eine Suchtechnologie automatisch besser wird, "wenn man zwei Technologien und Geschäfte zusammenlegt", sagte Jason Avilio, Analyst bei der Investmentfirma Kaufman Brothers L.P. "Google hat eine Marke, die als Synonym für die Suche steht."

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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