Medien/Internet Die größten Unternehmen

Time Warner ist und bleibt der größte Medienkonzern der Welt, auch Bertelsmann konnte seine Position einer Studie zufolge behaupten. Allerdings hatten die Unternehmen mit einer Umsatzschwäche zu kämpfen. Vor allem die Internetbranche, in der auch eine deutsche Firma zu den größten Anbietern gehört, machte den Konzernen zu schaffen.

Hamburg - Die 50 größten Medienkonzerne haben im Geschäftsjahr 2007 zusammen 355,2 Milliarden Euro umgesetzt nach 355,8 Milliarden Euro im Vorjahr, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Rangliste des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik (IfM) hervorgeht.

Der Umsatzrückgang hänge, so das IfM, auch mit der Dollarschwäche zusammen. Bei der Berechnung der Umsatzzahlen wurde der Jahresmittelkurs des US-Dollars zugrunde gelegt.

Marktführer bleibt das weit verzweigte US-Konglomerat Time Warner  mit 33,74 Milliarden Euro Umsatz. Dahinter folgen Walt Disney , der Kabelgigant Comcast , Rupert Murdochs News Corp.  und Viacom/CBS.

Der größte europäische und deutsche Medienkonzern bleibt unverändert auf Rang sechs Bertelsmann. Neben Bertelsmann haben noch die ARD (Rang 18), ProSiebenSat.1 Media  (44), Axel Springer  (46), Georg von Holtzbrinck (49) und Hubert Burda Media (50) einen Platz in der IfM-Rangliste.

Das größte öffentlich- rechtliche Medienunternehmen der Welt ist die britische BBC mit 6,2 Milliarden Euro Einnahmen. Sie liegt einen Platz vor der ARD, die aus Gebühren und Werbung 6,1 Milliarden Euro einnimmt.

Rechnet man die Umsätze der jeweiligen öffentlich-rechtlichen Systeme zusammen, so verfügt Deutschland mit 8,6 Milliarden Euro (Gebührenaufkommen und Werbung) über den finanzstärksten öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ARD, ZDF, Deutschlandfunk und Deutsche Welle). Pro Kopf der Bevölkerung geben Großbritannien (108 Euro) und Deutschland (103 Euro) an Gebühren und an der Ladenkasse für Werbung nahezu gleich viel für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk aus.

United Internet unter den Global Playern

United Internet unter den Global Playern

"Während die 90er Jahre von Fusionen und schnellem Wachstum geprägt waren, definieren die weltgrößten Medienkonzerne heute ihre Kerngeschäfte neu", sagte Gisela Schmalz, Medienökonomin am IfM. Alle großen Medienunternehmen seien derzeit mit den Herausforderungen des Internets beschäftigt. "Rupert Murdochs News Corp. zeigte sich besonders kauffreudig und ist damit erfolgreich, insbesondere mit MySpace", so Schmalz. Sollten die Werbeerlöse auf den Onlinemärkten zunehmen, bessern sich nach Expertenansicht auch die gesamten Bilanzen der Medienunternehmen.

Erstmals hat das IfM in seiner Datenbank auch die maßgeblichen Onlinekonzerne in einer eigenen Datei gelistet. Marktführer ist hier Google  mit 12,1 Milliarden Euro (8,45 Milliarden) Umsatz. Der Konzern konnte sowohl an Umsatz wie auch an Gewinn stark zulegen. Wäre Google ein traditionelles Medienunternehmen, rangierte das kalifornische Suchmaschinen-Imperium in der IfM-Rangliste der Medienkonzerne auf Platz sieben, hinter Bertelsmann und vor dem Fernseh- und Filmkonzern NBC Universal.

"Google achtet aber sehr darauf, nicht als Medienkonzern zu gelten", sagte Schmalz. "Mit dem Argument, Google und YouTube seien bloß Vermittlerplattformen, will man sich urheberrechtlicher Verantwortung entziehen." Über die Suchmaschine Google können publizistische Inhalte von internationalen Medienunternehmen gesucht und gefunden werden. Dieser Mechanismus hat zu zahlreichen Streitigkeiten geführt. So klagt Viacom aufgrund von Urheberverletzungen seit längerem gegen das zu Google gehörende Videoportal YouTube.

Als erstes deutsches Unternehmen folgt auf Rang fünf United Internet . Der Konzern mit seinen Marken Web.de und GMX setzte im vergangene Jahr rund 1,49 Milliarden Euro um.

Ranking: Die größten Internetkonzerne der Welt

manager-magazin.de mit Material von dpa

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