Yahoo Icahn steigt ein - und sorgt für Ärger

Nach der geplatzten Übernahme durch Microsoft ist der US-Milliardär Carl Icahn Medienberichten zufolge bei Yahoo eingestiegen. Nun erwägt er offenbar einen Machtkampf mit der Führung. Welche Strategie Icahn genau verfolgt, ist jedoch noch unklar.

Hamburg - Carl Icahn habe sich mit etwa 3,5 Prozent bei Yahoo eingekauft, berichten der US-Wirtschaftsfernsehsender CNBC und das "Wall Street Journal" übereinstimmend. Nun erwäge der kampferprobte Investor eine Machtprobe mit der Führungsspitze des Internetkonzerns.

Die Strategie ist den Berichten zufolge allerdings noch nicht klar: Entweder Icahn werde versuchen, die Yahoo-Oberen zurück an den Verhandlungstisch mit Microsoft  zu zwingen - das setzt allerdings die Bereitschaft des Softwareriesen voraus, sein Übernahmeangebot zu erneuern. Ebenso könnte Icahn aber eine Mehrheit für die Ablösung von Yahoo-Chef Jerry Yang suchen, heißt es.

Microsoft hatte vor eineinhalb Wochen ein zuletzt auf 47,5 Milliarden Dollar erhöhtes Kaufangebot für Yahoo zurückgezogen, weil Yahoo der Preis zu niedrig erschien. Eine Reihe von Großaktionären ist über die sture Haltung der Yahoo-Führung sehr verärgert, einige Anteilseigner klagten bereits gegen das Unternehmen.

Die Chancen für Icahn stehen Beobachtern zufolge deshalb gut. Auch andere Aktionäre haben schon angekündigt, eventuell eine Kampagne zur Ablösung des aktuellen Boards fahren zu wollen - so etwa Eric Jackson von Ironfire Capital. Jackson fehlen allerdings die finanziellen Mittel.

Eine erfolgreiche Kampagne würde mindestens eine Million Dollar kosten, erklärte er. Er werde aber aller Wahrscheinlichkeit nach Icahn unterstützen, wenn dieser den Versuch unternehmen sollte, sagte Jackson dem Fox Business Chanel.

Anders als Jackson verfügt Icahn über die nötigen finanziellen Mittel. Zudem hat er Erfahrung in solchen Auseinandersetzungen. Vergangenes Jahr etwa drängte Icahn die Oracle-Führung zurück an den Verhandlungstisch für den Kauf von BEA Systems, nachdem die Gespräche eigentlich schon gescheitert waren.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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