Bertelsmann Mehr Gewinn, weniger Umsatz

Der starke Euro und ein schrumpfender Tonträger-Absatz hat dem Medienkonzern Bertelsmann im ersten Quartal zugesetzt. Trotzdem steigerten die Gütersloher ihren Gewinn. Für das Gesamtjahr halten sie an ihrer Prognose fest.

München - Der Umsatz von Bertelsmann ging im ersten Quartal um 3,9 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro zurück, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Auch ohne Wechselkurseffekte wären die Erlöse um 1,7 Prozent geschrumpft.

Zu den sinkenden Erlösen trugen auch die nordamerikanischen Buchclubs der Direct Group bei. Bertelsmann hatte im März angekündigt, sich von ihnen zu trennen. Zu dem Verkaufsprozess äußerte sich der Medienkonzern am Donnerstag nicht. Zuletzt erwog der Konzern sogar den Verkauf des gesamten Buchclub-Geschäfts, seiner einstigen Keimzelle.

Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen weiterhin nur mit einem moderaten Umsatzanstieg. Das operative Ergebnis soll auf oder leicht über den 1,8 Milliarden Euro des Vorjahres liegen.

Der Überschuss werde aber den Vorjahresgewinn von 405 Millionen deutlich übersteigen, in den die Beilegung eines Rechtsstreits um die ehemalige Gratis-Musiktauschbörse Napster und das Ende eines Kartellverfahrens gegen den Werbezeitenvermarkter IP der Fernsehtochter RTL tiefe Kerben schlugen. Im März hatte Finanzvorstand Thomas Rabe "deutlich" als "mindestens das Doppelte" definiert.

Der Wegfall dieser Sonderbelastungen zeigte sich bereits in den Zahlen des ersten Quartals. Der Nettogewinn lag bei 35 Millionen Euro, im ersten Quartal 2007 hatte Bertelsmann noch 70 Millionen Euro Verlust geschrieben, als neben Napster der Verkauf des Musikverlag BMG Music Publishing für Einbußen gesorgt hatte.

Mit dem operativen Geschäft zeigte sich Bertelsmann zufrieden. Wichtige Kernbereiche hätten sich trotz des starken Euro positiv entwickelt. "Wir sind in einem von konjunkturellen Unsicherheiten geprägten Umfeld gut in das Jahr gestartet", resümierte Rabe. Der operative Gewinn legte um 9,6 Prozent auf 217 Millionen Euro zu.

manager-magazin.de mit Material von reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.